Eine Kutschfahrt durch die Lüneburger Heide
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Eine Kutschfahrt durch die Lüneburger Heide

Ich kann mich nicht erinnern, ob ich jemals in einer Kutsche gefahren bin. Vielleicht als Kind einmal. Aber solange ich denken kann, ist eine Kutschfahrt ein Wunsch von mir gewesen. Wie freue ich mich, als ich eine Mail mit dem Programm für das Heideblogger-Event 2017 bekomme und dort den Programmpunkt „Kutschfahrt durch die Lüneburger Heide“ entdecke. Das wird das Highlight meines Wochenendes werden. Das ist mir sofort klar.

Herr Bartels hat uns sachkundig durch die Lüneburger Heide kutschiert
Herr Bartels hat uns sachkundig durch die Lüneburger Heide kutschiert

Im Nachhinein hat es sehr viele schöne Momente gegeben an diese Wochenende, aber die Kutschfahrt durch die traumhaft schöne Heidelandschaft ist mein absolutes Highlight geblieben. Nicht zuletzt wegen des Champagners und der kleinen Köstlichkeiten, mit denen wir unterwegs überrascht wurden.

Champagner in der Lüneburger Heide
Champagner in der Lüneburger Heide

Der Geruch von Pferden liegt in der Luft, als wir in Niederhaverbeck auf dem Parkplatz aus dem Bus steigen. Die Vögel zwitschern und zwischendurch schnaubt eines der Pferde.

Emira und Lana
Emira und Lana

Vor uns stehen mehrere Kutschen mit jeweils zwei Kaltblütern davor. Die Art von Pferden, die mir so sympathisch sind, weil sie genau so wenig zierlich sind, wie ich selbst. Ich werde allerdings von unserem Kutscher Hans Jürgen Bartels schnell belehrt, das Emira und Lana keine reinen Kaltblüter sind, sondern eine Mischung aus Ostfriesen und Als Oldenburgern. Mir sind sie trotzdem mit ihrer ruhigen, stoischen Art außerordentlich sympathisch.

Emira und Lana ziehen uns gemütlich durch die Heide
Emira und Lana ziehen uns gemütlich durch die Heide

 Das Ziel unserer Fahrt durch die Heide ist Wilsede, ein kleines Dorf, zu dem man nur entweder zu Fuß,  mit dem Fahrrad oder eben per Kutsche kommt. Das erste Stück des Weges führt uns noch durch ein Waldstück. Ich muss an meinem Liebsten zu Hause denken, der so gerne Heidelbeeren isst. Ich habe noch nie so viele Heidelbeersträucher gesehen, wie hier, am Wegesrand und auch im Wald selbst. „Mundraub“ ist hier gestattet, erklärt mir Herr Bartels. Aber das Sammeln der Früchte ist nicht erlaubt.

Heidelbeeren soweit das Auge reicht
Heidelbeeren soweit das Auge reicht

Nach einiger Zeit lassen wir den Wald hinter uns und rechts und links des Weges erstreckt sich die weite Heidelandschaft. Leicht geschwungene Hügel, dazwischen immer wieder Wacholder Sträucher. Die Fahrt durch diese ruhige Landschaft ist Balsam für die gestresste Seele. Es ist einfach nur wunderschön und ich genieße die Fahrt in vollen Zügen. Für die Heideblüte sind wir leider etwas zu früh. Diese blüht erst vom 8.8. bis 9.9., so unser Kutscher. Das kann ich mir leicht merken. Und so habe ich einen Grund, wiederzukommen.

Nach gut 45 Minuten kommen wir in Wilsede an. Wir haben 20 Minuten Zeit, den Ort zu erkunden. Wilsede ist ein Dorf ist ein Dorf mit gerade mal 40 Einwohnern. Mit seinen Reetdachgedeckten Fachwerkhäusen gleicht es einem Freilichtmuseum. Einige Gebäude sind tatsächlich ziemlich alt. Sie wurden an ihrem ursprünglichen  Ort abgebaut und in Wilsede wieder aufgebaut. In 20 Minuten hat  man leider nur Zeit, einmal durch den Ort zu laufen und ein paar Fotos zu machen. Ein Besuch im Heidemuseum „Dat ole Hus“, wo man das Leben der Heidebauern sehen kann, wäre bestimmt interessant gewesen. Auf jeden Fall ein Grund, wiederzukommen.

Wilsede in der Lüneburger Heide
Wilsede in der Lüneburger Heide

 

Ein alter Schafstall
Der Emhoff in Wilsede, einer der ältesten Höfe Niedersachens, stand einst in Soltau und wurde in Wilsede wieder aufgestellt

 

Niedersächsisches Fachwerk inWilsede
Niedersächsisches Fachwerk in Wilsede

Auf der Rückfahrt sitzt hinter mir ein grinsender Robin von der Bispingen Touristik und freut sich diebisch auf eine Überraschung, die er für uns vorbereitet hat. Während wir uns noch fragen, was das wohl sein mag, sehen wir vor uns auf dem Weg einen kleinen Lieferwagen stehen, daneben ein paar Stehtische. Eine Flasche Champagner steht auf dem Tisch. Ein Säbel?

Champagner, Säbel und Gläser
Champagner, Säbel und Gläser. Was da wohl auf uns zu kommt

Beherzt greift  ein junger Mann zu selbigen und köpft mit einem gezielten Schlag die Flasche. Tino Rieckmann ist Sieger eines Champagner-Wettbewerbs der Hotelfachschulen, aus der Lüneburger Heide und beherrscht die hohe Kunst des Öffnens von Champagnerflaschen mit dem Säbel wirklich super.

Tino Rieckmann erklärt Robin, wie man eine Champagner Flasche mit dem Säbel öffnet
Tino Rieckmann erklärt Robin, wie man eine Champagner Flasche mit dem Säbel öffnet

Zu dem kühlen Getränk serviert uns sein Bruder Sven Rieckmann vom Akzent Hotel Zur Grünen Eiche den köstlichsten luftgetrockneten Schinken, den ich jemals gegessen hab.

Luftgetrocknete Schinken vom Bentheimer Schwein
Der luftgetrocknete Schinken vom Bentheimer Schwein ist der beste Schinken, den ich je gegessen habe

Später noch eine Rehconsommé  und kleine Buchweizentörtchen, ein Fest für Augen und Gaumen. Was geht es uns gut.

Sven Rieckmann serviert uns Köstlichkeite
Sven Rieckmann serviert uns Köstlichkeiten

Kurz bevor wir wieder zurück am Parkplatz sind, erleben wir noch unser schwarz-weißes Wunder. Schwarze Köpfe und weiße, zotteliges Wolle: das müssen Heidschnucken sein.

Heidschnucken auf der Lüneburger Heide
Heidschnucken auf der Lüneburger Heide

Außer Rand und Band stürmen wir auf die Tiere zu. Auf seinen Stab gestützt steht Schäfer Clemens Lippschus am Rande seiner Herde.

Der Schäfer Clemens Lippschus
Der Schäfer Clemens Lippschus mit Hund und Herde

Seine beiden Hunde sorgen dafür, das wir 16 aufgeregten Blogger die Schafe nicht zu sehr auseinander treiben.

Schäfer Clemens Lippschus
Die Schafe folgen nicht den Anweisungen des Schäfers, sie hören auf die Hunde

Nach gut 2 Stunden kommen wir wieder am Parkplatz an. Ich bin glücklich und zufrieden. Und ich bin mir sicher, hierher werde ich noch einmal zur Blütezeit zurückkommen.


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    Hier könnt Ihr die Kutschfahrt buchen

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Offenlegung:

Zu dieser Kutschfahrt wurde ich von Bispingen Touristik e.V. eingeladen. Herzlichen Dank dafür. Meine Meinung bleibt die eigene.

Vielen Dank an Robin Sehda von der Bispingen Touristik  und Tanja Klindworth von Wellness Bummler  für die perfekte Organisation dieses Wochenendes, an Herrn Bartels für die lehrreiche Fahrt durch die Heide. An Sven und Tino Rieckmann für die köstliche Unterbrechung der Tour. Und an Clemens Lippschuss, das wir so nah an seine Tiere herandurften.

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

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