USA und Kanada

Ein Tag im Acadia Nationalpark

„Herzlich willkommen im Acadia Nationalpark“ strahlt mich der freundliche Herr in der Rezeption des Bar Harbor Motels an. Hocherfreut antworte ich ihm auf deutsch. Seinem verdutzten Gesicht entnehme ich, das er mich nicht verstanden hat. Zu mehr als einer Begrüßung reichen seine Deutschkenntnisse nicht, gibt er schmunzelnd zu.

Nach einer langen Fahrt entlang der Küste von Neuengland kommen wir am späten Nachmittag im einzigen Nationalpark von Neuengland an. Wir checken in unser Motel ein und sitzen kurze Zeit später im kostenlosen Shuttlebus, der uns nach Bar Harbor bringt.

Bunte Schilder an den Geschäften und Restaurants von Bar Harbor
Bunte Schilder an den Geschäften und Restaurants von Bar Harbor

Bar Harbor

Bar Harbor ist ein putziger, beinah etwas skuril anmutender, kleiner Ort. Viel gibt es hier nicht zu sehen. Wir spazieren gemütlich durch die kleinen Straßen und gehen anschließend ganz wunderbar in West St. Cafe essen.

Die Straßen von Bar Harbor
Die Straßen von Bar Harbor

 

Die Clam Chowder (Muschelsuppe) ist so lecker!
Die Clam Chowder (Muschelsuppe) ist so lecker!

 

Frische Jakobsmuscheln, ein Gedicht
Frische Jakobsmuscheln, ein Gedicht

 

Cadillac Mountain

Der Cadillac Mountain ist ein Hügel mitten im Acadia Nationalpark. Er ist 470 m hoch und von hier aus soll man einen superschönen Sonnenaufgang erleben. Übrigens gilt dieser Ort als der Ort, an dem man in den USA die Sonnenstrahlen als allererste sehen kann. Grund genug für uns, mitten in der Nacht aufzustehen und mit dem Auto die 30 Minuten bis zum Gipfel zu fahren. Ja, wir sind doch in Amerika. Und hier macht man bekanntlich alles mit dem Auto. Zum Glück sprechen wir am Abend vorher mit einem Park-Ranger. Er erklärt uns, das die Wahrscheinlichkeit, morgen auf dem Berg den Sonnenaufgang zu erleben, gleich Null ist. Die Wolkenwahrscheinlichkeit liegt bei 100%.

Tipp

Wenn Ihr, so wie wir den Sonnenaufgang plant, besser vorher beim Visitor Center am Eingang des Nationalparks nachfragen, ob sich das Aufstehen überhaupt lohnt.

Es hat die ganze Nacht geregnet. Aber als ich aufwache, scheint die Sonne. Und ausgerechnet heute schlafe ich bis 8 Uhr. Also ruck zuck aus den Federn und zum Frühstück. Schade, mittlerweile zieht sich der Himmel zu und die Sonne verschwindet hinter den Wolken.

Trotzdem machen wir uns auf, um den Arcadia Nationalpark zu erkunden. Unser erstes Ziel ist der Cadillac Mountain. Leider wird es mit jedem Meter, den wir hoch fahren, nebeliger. Oben angekommen ist es so nebelig, das man überhaupt nichts sehen kann.

Nebel auf dem Cadillac Mountain
Nebel auf dem Cadillac Mountain

Trotzdem bleiben wir erst einmal hier oben und schauen uns ein wenig um . Etwas enttäuscht laufen wir herum und treffen auf weitere Park Ranger. Sie raten uns, ein wenig zu warten, denn die Wolken verziehen sich hier oft in kürzester Zeit. Und wieder haben die Ranger recht. Kurze Zeit später können wir diese Aussicht genießen.

Auf dem Cadillac Mountain im Sonnenschein
Auf dem Cadillac Mountain im Sonnenschein

Park Loop Road

Als wir den Cadillac Mountain wieder verlassen, ist es unten im Tal schon richtig sonnig. Nach der Frische oben auf dem Hügel streichelt mir die Sonne hier angenehm die Haut. Wir wollen jetzt die Park Loop Road fahren. Das ist eine 42 km lange Einbahnstraße, die man ganz gemütlich fährt und sich dabei die Gegend anschauen kann.

Auf der Park Loop Road kann man an unterschiedlichen Punkten halten, wie zum Beispiel am Thunder Hole
Auf der Park Loop Road kann man an unterschiedlichen Punkten halten, wie zum Beispiel am Thunder Hole

Am Sandy Beach fahren wir leider unverrichteter Dinge weiter, denn hier ist absolut kein Parkplatz zu bekommen. Der Acadia Nationalpark ist laut Wikipedia einer der zehn meistbesuchten Nationalparks der USA. Sind die etwa alle nur zum Schwimmen hier? Keinen Parkplatz zu bekommen, das ist uns in den USA wirklich noch nie passiert.

Etwas traurig fahren wir weiter zum Thunder Hole. Hier ist eine Art Höhle in den Klippen wo der Atlantik reinläuft und mit einem Knall als Gischt wieder austritt. Kleine Anekdote am Rande: während ich da so an dem Aussichtspunkt stehe, steht neben mir eine amerikanische Mutter mit ihrer Teenager-Tochter. „Wo stehen wir hier eigentlich? Am Atlantik oder am Pazifik?“, fragt die Mutter die Tochter. „Keine Ahnung“, antwortet die Tochter etwas gelangweilt, „das sieht doch alles gleich aus.“. Ich hoffe, das das Mädchen später die phantastische Natur ihres Landes besser zu würdigen weiß.

Im Thunder Hole läuft der Atlantik in die Felsen um dann mit einem Knall und einer kleinen Fontäne wieder auszutreten
Im Thunder Hole läuft der Atlantik in die Felsen um dann mit einem Knall und einer kleinen Fontäne wieder auszutreten

 

Meistens ist es ja sehr ruhig so ganz im Norden von Maine. Außer an den Touristen Hot-Spots
Meistens ist es ja sehr ruhig so ganz im Norden von Maine. Außer an den Touristen Hot-Spots

Und weiter geht die Fahrt zum Jordan’s Pond. Der Jordan’s Pond ist ein sehr malerischer See umgeben von sanften Hügeln. Wir verbringen hier etwas Zeit und genießen einfach die schöne Landschaft.

Am Jordan's Pond kommt man mit sich selbst und der Welt ins Reine
Am Jordan’s Pond kommt man mit sich selbst und der Welt ins Reine

 

Heike am Jordan's Pond
Heike am Jordan’s Pond

Bass Harbor

Nach der entspannenden Pause verlassen wir den Nationalpark. Dazu muß man wissen, das der Acadia Nationalpark auf einer Insel liegt, diese aber  nicht gesamt umfaßt.

In Somesville haben schon vor 4000 Jahren die Native Americans, die amerikanische Ureinwohner, gelebt.
In Somesville haben schon vor 4000 Jahren die Native Americans, die amerikanische Ureinwohner, gelebt.

An der Südspitze liegt der Ort Bass Harbor mit dem Leuchtturm Bass Harbor Head Light. Leider hat uns hier sie Sonne wieder verlassen, so das ich euch kein schönes Bild vom Leuchtturm zeigen kann. Aber von einer der Glocken….

Eine Glocke des Bass Harbor Head Light
Eine Glocke des Bass Harbor Head Light

In Bass Harbor gönnen wir uns dann etwas Obst  … in Form eines wahnsinns Blueberry Pie. Bei soviel gesundem Obst kann man das Vanilleeis ohne schlechtes Gewissen genießen, oder?

In Bass Harbor haben wir diesen leckeren Blueberry Pie gegessen
In Bass Harbor haben wir diesen leckeren Blueberry Pie gegessen

Nachdem sich mittlerweile die Sonne wieder hinter dem dichten Nebel und Wolken versteckt hat, beschließen wir, zum Motel zurückzufahren. Interessanterweise ist auf dieser kleinen Insel vor der Küste von Main das Wetter extrem wechselhaft. Wenn man an der einen Stelle dichten Nebel hat. so kann es sein, das man 10 km weiter wieder den strahlendsten Sonnenschein hat. So ist es uns an dem Nachmittag dann auch gegangen. Als wir im Motel in Bar Harbor ankommen, lacht die Sonne wieder vom Himmel. Also schnell den Badeanzug an, und ab in den Pool. Herrlich!


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    Hier habe ich übernachtet

Wir haben im Bar Harbor Motel übernachtet. Eine schöne Anlage mit einem großen, sauberen Pool. Die Zimmer waren in Ordnung. Es gab einen großen Bereich mit Waschmaschinen und Trocknern, was ich auf Rundreisen immer sehr praktisch finde.

In die Stadt kommt man mit einem kostenlosen Shuttle-Bus.

Bar Harbor Motel
100 Eden St
Bar Harbor, Maine 04609

    Hier habe ich gegessen

Super leckerer Fisch in einer schönen Atmosphäre. Kann ich nur empfehlen. Aber! Nehmt euch eine Strickjacke mit. Die Klimaanlage läuft hier auf gefühlt – 20°C. Ich hab noch in keinem Restaurant in USA so gefroren, wie hier.
West Street Cage
76 West Street
Bar Harbor,  Maine 04609

 

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

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