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Das Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen

Obwohl ich als Kind nicht mit Modelleisenbahnen, sondern lieber mit Barbiepuppen gespielt habe, zog es mich am ersten schönen Frühlingstag dieses Jahres nach Bochum ins Eisenbahnmuseum.

Das Gelände des Eisenbahnmuseums Bochum-Dahlhausen. Im Hintergrund sieht man den Ringlokschuppen
Das Gelände des Eisenbahnmuseums Bochum-Dahlhausen. Im Hintergrund sieht man den Ringlokschuppen

Wir waren recht früh da, und so war der Parkplatz noch schön leer, ebenso wie das Museumsgelände. Zusammen mit meinem Mann und mit meinem Vater, bewaffnet mit diversen Kameras und Objektiven, betraten wir das Gelände.

Oben rechts ein Tunnemmesswagen, darunter ein Kran
Oben rechts ein Tunnelmesswagen, darunter ein Kohlekran

Und schon bekam ich leuchtende Augen, denn genau in diesem Moment ertönte von links eine Hupe und es kam das Schweineschnäuzchen angetuckert. Dieser putzige Schienenbus pendelt an Sonn- und Feiertagen zwischen dem Dahlhausener Bahnhof und dem Museumsgelände.

Der Wismarer Schienenbus, liebevoll Schweineschnäuzchen genannt
Der Wismarer Schienenbus, liebevoll Schweineschnäuzchen genannt

Das Eisenbahnmuseum entstand 1977 auf dem ehemaligen Bahnbetriebswerk Bochum-Dahlhausen. Noch aus dieser Zeit befindet sich im Zentrum des Geländes ein Ringlokschuppen, der Platz für 20 Loks bietet.

Der Ringlokschuppen des Eisenbahnmuseums
Der Ringlokschuppen des Eisenbahnmuseums
Impressionen aus dem Ringlokschuppen
Impressionen aus dem Ringlokschuppen

Es hat mich ziemlich beeindruckt, neben diesen riesigen, alten Dampfrössern zu stehen, die in dieser Halle ausgestellt werden. Man kann an alle Ausstellungsstücke so nah herantreten, wie man möchte und man kann nach Herzenslust fotografieren.

Die Zahnrad-Dampflokomotive 97 502 ist eine von drei erhaltenen Modelle, vier wurden gebaut.
Die Zahnrad-Dampflokomotive 97 502 ist eine von drei erhaltenen Modellen, vier wurden gebaut.
Alte Technik, die begeistert
Alte Technik, die begeistert

Zu jeder Lok gibt es eine Schautafel, die ihre technischen Daten wiedergibt und ihre Geschichte schildert. An den Führerhäusern einiger Loks sind kleine Treppen installiert, so dass man sich diese von Innen anschauen kann. Durch den Führerstand der Dampflok 01-008 aus dem Jahre 1923 kann man sogar durchgehen, was insbesondere für die keinen Besucher ein echtes Vergnügen zu sein scheint.

Der Blick ins Führerhaus einer Dampflok
Der Blick ins Führerhaus einer Dampflok
Die Dampflokomotive 01 008 erlaubt einen ausgiebigen Blick in ihren Führerstand
Die Dampflokomotive 01 008 erlaubt einen ausgiebigen Blick in ihren Führerstand

Während mich im Ringlokschuppen unter anderem die Anzahl und die Dimensionen der Loks beeindrucken, entzücken mich in der Wagenhalle 1, in die man vom Ausgang des Ringlokschuppen gelangt, viele Details der hier ausgestellten Waggons.

Neben einer Güterzuglokomotive und einem Toropa Liegewagen fand ich die zwei preußischen Personenwagen von 1913 echt spannend. Der eine ist aus Holz mit einer Blechverkleidung.

Ein Preißischer Personenwagen von 1916. Die äußere Blechhülle wurde hier entfernt.
Ein Preißischer Personenwagen von 1916. Die äußere Blechhülle wurde hier entfernt.

Beim zweiten ist die Blechverkleidung entfernt, so dass man die drunterliegende Holzkonstruktion betrachten kann. Von der dritten Klasse, die den Namen Holzklasse hier wirklich verdient, über die Polstersitze der zweiten Klasse, bis hin zum rosa Plüsch in der ersten Klasse kann man sich hier ein Bild machen. Etwas irritiert bin ich von der Tatsache, dass es neben Abteilen für Raucher und Nichtraucher ein eigenes Abteil für Frauen gibt.

Den Bahnpostwagen „Mainz 3912“ kann man super von innen anschauen. Ein fahrender Briefkasten?

Oben links und unten ein Postwagen, oben rechts das Frauenabteil eines preußischen Personenwagens (hier mit äußerer Blechhülle)
Oben links und unten ein Postwagen, oben rechts das Frauenabteil eines preußischen Personenwagens (hier mit äußerer Blechhülle)

Über den kleinen Bahnhof gehen wir entlang der Drehscheibe des Ringlokschuppens weiter zur Fahrzeughalle 2.

Der Bahnhof des Museums, hier kommt man Sonn- und Feiertags mit dem Schienenbus an.
Der Bahnhof des Museums, hier kommt man Sonn- und Feiertags mit dem Schienenbus an.

Neben dem Herzstück dieser Ausstellung, dem Salonschlafwagen von 1937, geraten die weiteren Ausstellungsstücke dieser Halle beinah in den Hintergrund. Dieser komplett renovierte Wagen kann eine wirklich lange Geschichte erzählen. Zu Beginn war er ein Regierungszug des Dritten Reichs, hat nach dem zweiten Weltkrieg u.a. General Eisenhower transportiert, später Bundespräsidenten, Queen Elisabeth, den Schah von Persien, Konrad Adenauer oder Willy Brandt. Das tolle an diesem Exponat ist, das sich sämtliche Stationen seiner Zeitreise in den einzelnen Abteilen widerspiegeln.

Die Fahrzeughalle 2
Die Fahrzeughalle 2

Beinah hätten wir in diese Halle ein kleines Altertümlichen übersehen, den zweitältesten noch erhaltenen preußischen Personenwagen von 1861.

Der zweitälteste, noch erhaltene Personenwagen von 1861
Der zweitälteste, noch erhaltene Personenwagen von 1861

Ganz zum Schluss schauen wir uns noch die kleine Ausstellung an die sich im Eingangsgebäude befindet. Hier gibt es zwei große Zeittafeln mit der chronologischen Darstellung der Entwicklung der Eisenbahn.

Außerdem einen Arbeitsplatz der Zugüberwachung aus dem Jahre 1999. Auf einem Fernseher kann man sogar einem Mitarbeiter bei seiner Arbeit zuschauen. Eine ruhige Kugel hat dieser jedenfalls nicht geschoben.

Fazit

Das Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen ist ein tolles Ziel für Jung und Alt. Packt Eure Kinder ein und fahrt unbedingt einmal dorthin. In diesem Museum gibt es kaum Verbote, dafür jede Menge Gebote. Kinder können sich wirklich überall umschauen und die Führerhäuser der Loks besichtigen. Es gibt eine kleine Bimmelbahn, mit der ihr über das Gelände tuckern könnt. Bei meinem Vater hörte ich des Öfteren ein begeistertes „Oh, daran kann ich mich noch gut erinnern“.

Auch für Kinder bietet das Museum einige Attraktionen
Auch für Kinder bietet das Museum einige Attraktionen

Was mir leider fehlte, war ein kleines Café, wo ich bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Torte die gesammelten Eindrücke sacken lassen konnte.

Ob es hier im Sommer wohl Kaffee und Kuchen gibt?
Ob es hier im Sommer wohl Kaffee und Kuchen gibt?

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      Adresse

Eisenbahnmuseum Bochum
Dr.-C.-Otto- Straße 191
44879 Bochum

      Öffnungszeiten

Das Eisenbahnmuseum ist vom 1. März – 17. November 2019 immer Dienstags – Freitags, Sonntags und an Feiertage von 10-17 Uhrgeöffnet.

      Eintrittspreise

Stand März 2019

Erwachsene8,00 €
Kinder (6-14 Jahre)4,00 €
Familie (2 Erwachsene + Kinder)20,00 €

  Schienenbus Pendelverkehr

Erwachsene: 2,50 €
Kinder (6-14 Jahre): 1,50 €
Familie (2 Erwachsene + Kinder): 5,00 €

(Stand März 2019)

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

One Comment

  • vielweib

    Toller Ausflugstipp! Beeindrucken, die alten Dampfrössern – und das Klöchen fand ich auch spannend ;-)
    Muss ich mir mal „in echt“ vor Ort alles anschauen. Danke für den Tipp!

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