Rundreisen,  USA und Kanada

Eine Mietwagenrundreise durch Neuengland

Eine Rundreise durch Neuengland mit seinen bezaubernden kleinen Dörfern, den pittoresken weißen Holzkirchen und köstlichem Lobster (Hummer) steht schon lange auf unserer Wunschliste. Im August 2015 haben wir uns diesen Traum erfüllt.

Bei vielen großen und kleineren Reiseanbietern kann man Mietwagenrundreisen buchen. Meistens sind auf diesen die Etappen bereits festgelegt. Aber wer mich kennt, der weiß, das es für mich schon der halbe Urlaub ist, eine solche Reise selbst auszuarbeiten. Also haben wir „nur“ den Mietwagen gebucht und die Reise selbst ausgearbeitet.

Lest hier meinen Reisebericht über unserer dreiwöchige Rundreise durch die Neuenglandstaaten Rhode Island, Massachusetts, New Hampshire, Maine und Vermont. Außerdem gebe ich euch Tipps für einem kurzen Abstecher nach Kanada.

Graues Holzhaus mit weißen Fensterrahmen
Graue Holzhäuser, weiße Fensterrahmen: typisch für Nantucket

Seit Monaten habe ich Reiseführer gelesen, im Internet gewühlt und Youtube Videos geschaut. Falls ihr euch jetzt fragt, warum wir nicht zum Indian Summer im Oktober nach Neuengland fahren: Das haben wir lange überlegt, aber dann habe ich allzuoft gelesen, dass der Zeitraum eigentlich nie genau zu bestimmen sei und man Pech haben kann und genau zur falschen Zeit dort sein kann. So haben wir uns für den Sommer entschieden, weil wir einfach auf stabileres Wetter hoffen.

Und das sind die wichtigsten Stationen unserer Reise:

 

Nach einem etwas holperigen Flug über den Atlantik landen wir nachmittags in Providence, Rhode Island. Warum habe ich gerade diesen Flughafen gewählt? Ich fliege gerne mit Condor. Und die bieten in den Sommermonaten Direktflüge nach Providence an. Außerdem ist der Leihwagen von hier gemietet um einiges preiswerter als von New York City oder Boston.

Cape Cod & Nantucket

Der Jetlag beim Flug an die Ostküste hält sich für mich in Grenzen. Stefan hat da eh kein so großes Problem mit. Trotzdem brechen wir am ersten Morgen sehr zeitig zu unserer ersten Station auf, der Halbinsel Cape Cod auf. In Little Compton, das laut Reiseführer eins der schönsten Dörfer in Massachusetts sein soll, machen wir halt. Der Reiseführer lügt nicht.

Schönes, weißes Holzhaus
Ein putziger kleiner Ort, der ein wenig an Stars Hollow erinnert

Über die Bourne Bridge fahren wir auf die Halbinsel Cape Cod. In einer der westlichen Ecken der Halbinsel liegt Falmouth. Der Ort ist sehr nett und lohnt auf jeden Fall einen Stopp. Aber ganz besonders schön ist es am äußersten Zipfel, am Nobska Lighthouse. Von hier aus hat man eine fantastische Aussicht auf den Atlantik und kann bis Martha’s Vineyard schauen.

Blick entlang der Küste
Grandioser Blick von Falmouth

Unser Ziel für heute ist Hyannis, von wo wir am nächsten Tag mit der Speedferry nach Nantucket fahren. Über meinen Tag auf dieser grandiosen Insel berichte ich hier.

 

Nach diesem Tagesausflug geht es am nächsten Tag weiter entlang der Halbinsel bis zum äußersten Ende von Cape Cod, dem Ort Provincetown. Hier haben 1620 die ersten Siedler mit der Mayflower angelegt. Außerdem ist dieser Ort eine schrille und skurile Schwulen- und Lesbenhochburg. Der Fahrt bis hier hin lohnt sich unbedingt.

Straßenzug mit Geschäften
Trubel in Provincetown an der Spitze von Cape Cod

Boston & Plymouth

Wer kennt sie nicht aus dem Geschichtsunterricht, die Geschichte der Pilgrim Fathers. Die ersten europäischen Siedler, die mit ihrem Schiff, der Mayflower, in Plymouth gelandet sind. Die Städte Plymouth und Boston stehen ganz im Zeichen der ersten Siedler. Im Hafen von Plymouth steht ein Nachbau der Mayflower.

Holzschiff im Hafen
Dieser originalgetreue Nachbau der Mayflower steht in Portsmouth, Massachussets

Und die Plimoth Plantation (nein, das ist kein Schreibfehler) ist ein faszinierendes Freilichtmuseum das sehr anschaulich zeigt, wie die ersten Siedler gelebt haben. Fahrt unbedingt dort hin und sprecht die Menschen in den Hütten an. Ihr werdet überrascht sein. Wenn ihr vorher wissen möchtet, was euch erwartet, dann schaut mal diesen Beitrag.

Wohn-Schlaf-Stube
Alles war in einem Raum: Schlaf- und Wohnstätte
Nähende Frauen
Nähen und ausbessern war zu der Zeit dringend erforderlich

Nach dem Besuch in Plymouth geht es für drei Tage weiter nach Boston. Warum sich ein Besuch dieser tollen Stadt lohnt, und wie es sich anfühlt, den Freedom Trail zu laufen, lest ihr hier.

An der Ostküste entlang bis Maine

Über Salem, der Stadt die durch die Hexenprozesse im 17. Jahrhundert bekannt wurde, fahren wir nach Marble Head. Dort spazieren wir entlang wunderschöner Häuser direkt am Atlantik und genießen die grandiose Aussicht auf den Ozean.

Heike im Vordergrund, der Atlantik im Hintergrund
In Marble Head blickt man auf eine grandiose Küste

Leider habe ich mich bei der Planung ein wenig mit der Zeit verschätzt, so daß wir schweren Herzens Kennebunkport liegen lassen, das eigentlich in meinem Reiseführer sehr empfohlen wird. Wenn ihr eine Rundreise plant, unterschätzt nicht die Distanzen, die man in den USA fahren muss.

Die Küste von Maine

Da muß ich doch tatsächlich bis in die USA fahren, um ein Stück der Berliner Mauer zu sehen. Aber genau das findet man in Portland, Maine. Am Permaquid Point steht ein Leuchtturm, den man besichtigen kann. Ich bin fasziniert von der Technik wie man es schafft, das Licht einer kleinen Glühlampe so zu brechen, das man es meilenweit sieht. Die Küste von Maine ist hier unglaublich schön: rauh, wild und zerklüftet.

Schären im Atlantik im Nebel
Leider war es am Permaquid Point sehr nebelig

 

Mittels diverser Glasscheiben wird das Licht einer Glühlampe so gebrochen, das sie für einen Leuchtturm leuchtet,
Mittels diverser Glasscheiben wird das Licht einer Glühlampe so gebrochen, das sie für einen Leuchtturm leuchtet,

Am nächsten Tag besuchen wir Camden. Das ist ein hübscher Ort mit einer kleinen Einkaufsstraße, die zum Souvernir shoppen einlädt.

Und wer kennt diesen Leuchtturm? Am Marshall Lighthouse in der Nähe von Port Clyde wurde eine Szene von Forrest Gump gedreht. Erinnert ihr euch, wie Forrest einmal quer durch die USA gelaufen ist, und hier wieder umgedreht hat?

Ein Holzsteg führt zum Leuchtturm
Sich einmal fühlen wie Forrest Gump: am Marshall Lighthouse in Maine

Acadia Nationalpark

Der Cadillac Mountain im Acadia Nationalpark ist die höchste Erhebung an der Atlantikküste. Leider bleibt uns der fantastische Sonnenaufgang verwehrt, den man hier genießen soll, denn es ist total bewölkt. Trotzdem fahren wir auf den Berg. Unsere Geduld wird später belohnt und wir können die tollen Ausblick genießen.

Aussicht vom Cadillac Mountain auf die Küste Maines
Aussicht vom Cadillac Mountain auf die Küste Maines

Im Acadia Nationalpark gibt es entlang einer breiten Einbahnstraße, dem Park Loop, ein paar ganz schöne Ecken, wo man stoppen und spazieren gehen kann. Wenn ihr mehr über den Acadia Nationalpark lesen möchtet, dann hab ich hier etwas für euch.

See, Berge im Hintergrund
Natur pur im Acadia Nationalpark

Montreal

Nach den ruhigen, sehr naturnahen Tagen in Maine überqueren wir die Grenze nach Kanada und fahren bis Montreal. Die gut 550 km gehen quer durch die endlosen Wälder von Maine und lassen sich entspannt fahren. Die Metropole in Kanada ist für mich Liebe auf den ersten Blick. Nicht zu groß, aber auch nicht zu klein. Und ich habe noch keine Stadt besucht, in der die Menschen so freundlich und hilfsbereit sin. Hier lest ihr einen ausführlichen Bericht über unseren Besuch in Montreal.

Alte Kirche und neues Hochhaus im Hintergrund
Interessante Kontraste zwischen alt und neu findet man auch in Montreal, Kanada

 

Graue Steinhäuser mit bunt bemalten Fenstern und Giebeln
Bunt angestrichene Häuser säumen den St. Louis Square

White Mountains

Die vorletzte Etappe unserer Rundreise durch Neuengland führt uns in die White Mountains, einem Gebirgszug in New Hampshire. Hier kann man total schön durch die Natur wandern. Dabei kann man den einen oder anderen Wasserfall besuchen. Außerdem fahren wir zum Mount Washington. Dessen Gipfel man entweder mit einer Zahnradbahn, oder mit dem eigenen Auto erreichen kann. Natürlich kann man auch hochsteigen.

Auf dem Gipfel des Mount Washington
Auf dem Gipfel des Mount Washington

 

Diese Zahnradbahn bringt einen auf den Mount Washington
Diese Zahnradbahn bringt einen auf den Mount Washington

Rhode Island

Back to where we started. Knapp 2.200 km später kommen wir wieder in der Umgebung von Providence, Rhode Island an. Bevor wir wieder in den Flieger steigen, bleiben wir noch ein paar Tage hier. Als großer Gilmore Girls Fan ist für mich ein Besuch in Hartford, Connecticut Pflicht. Das Mark Twain House kann ich euch hier wärmstens ans Herz legen.

Statue aus Legosteinen
Diese Statue aus Legosteinen steht im Mark Twain Haus in Hartford, Connecticut

In Newport an der Küste gibt es den Cliff Walk, den wir am letzten Tag unseres Urlaubs laufen. Das ist ein befestigter Weg entlang der Klippen. Und wenn ihr dann so richtig neidisch werden möchtet, dann schaut nach rechts und schaut euch beim Spaziergang die Anwesen von vielen den reichsten Familien der USA an, die sich hier aneinander reihen.

Auf dem Cliffwalk in Newport, Rhode Island
Auf dem Cliffwalk in Newport, Rhode Island

Am nächsten Tag steigen wir in den Flieger, der uns in 7 Stunden wieder in die Heimat bring.

Unterkünfte


Flughafen
Hyannis, Massachussets
Plymouth, Massachussets
Boston, Massachussets
Biddeford, Maine
Rockport, Maine
Bar Harbor, Maine
Montreal, Kanada
North Conway, New Hampshire
Coventry, Rhode Island

Reiseführer

Diese Reiseführer hab ich zur Vorbereitung auf den Urlaub gelesen:

Vis-à-Vis Neuengland vom Dorling Kindersley Verlag
Ich liebe diese Reiseführer, weil sie viele Bilder haben. Außerdem mag ich die vorgeschlagenen Spaziergänge und die Detaildarstellungen von wichtigen Gebäuden.

Boston Neuengland von Baedeker SMART Reiseführer
Auch hier sind praktische Tipps und Spaziergänge drin, denen ich gerne folge. Außerdem finde ich es praktisch, das die wie in ein Ringbuch gebunden sind.

City Trip Montreal vom Reise Know-How Verlag
Dieser kleine, praktische Reiseführer hatte für mich genau die richtigen Informationen für Montreal.

USA – Ostküste vom Iwanowski’s Verlag
Hier fand ich die Tourvorschläge ganz praktisch.

Ich verlinke hier zu den Verlagen, um Euch die Bücher zu zeigen. Das sind keine Links, mit denen ich Geld verdiene.

Flug und Leihwagen

Flug

Wir sind mit Condor direkt von Frankfurt nach Providence geflogen. Ich mag das Preis-Leistungsverhältnis.

Leihwagen

Ich bin Mitglied des ADAC. Wie mieten unseren Leihwagen in den USA immer beim ADAC. Hier bekommen wir gute Preise und alle wichtigen Versicherungen und der Zweitfahrer sind im Preis enthalten. Ihr solltet nur den für eure Zwecke richtigen Vermieter wählen.

Da wir privat einen SUV fahren, mieten wir auch auf Rundreisen immer einen Wagen der SFAR Klasse. Bei den vielen Kilometern möchten wir gerne bequem reisen.

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

12 Comments

  • Sabine

    Das liest sich super. Bin sehr gespannt, was Du erleben wirst. Einige Orte kenne ich ja, aber viele auch nicht. Und um das Basketballspiel beneide ich Dich!! :-) (Nicht nur das). Eine ganz tolle Zeit Euch!!

    • Heike

      Vielen Dank Sabine. In meinem Post hatte sich leider ein Tippfehler eingeschlichen. Ich werde kein Basketball- sondern ein Baseballspiel im berühmten Fenway Park besuchen. Aber vielleicht gefällt Dir das ja auch?
      Liebe Grüße, Heike

    • Heike

      Noch besser. Ich bin ja bei dem zweitbesten Mobilfunkanbieter Deutschlands *grins*. Und mein Tarif gilt für Europa, die Türkei und USA. Ich verspreche Dir, Du wirst mit Bilderen geflutet :-)

  • Susanne

    Liest sich spannend… wir planen eine Reise im kommenden Sommer um meine Tochter zu besuchen. Sie ist au-pair in Grafton.
    Wo habt ihr übernachtet? Habt ihr im Voraus gebucht? War euer Zielflughafen NY? Ward ihr mit dem Auto unterwegs?

    • Heike

      Vielen Dank, liebe Susanne.
      Dein Feedback ist ein guter Tipp für mich, die Liste dahingehend zu erweitern.
      Wir sind nach Providence in Rhode Island geflogen. Condor fliegt diesen Flughafen in den Sommermonaten direkt von Frankfurt aus an. Der Flug war preiswerter und der Leihwagen von dort gemietet auch. Wo genau sucht ihr denn eine Unterkunft? Dann kann ich Dich auf die schnelle vielleicht mit Vorabinformationen versorgen?
      Liebe Grüße, Heike

  • Anne

    Genau so etwas habe ich gesucht :-)
    Dann kann ich ja mit meiner Planung beginnen.
    Vielleicht kann ich ja meine Eltern mit solchen Bildern doch überzeugen, meinen Sohn und mich zu begleiten.

    • Heike

      Vielen Dank, liebe Anne. Ich drücke die Daumen. Und wenn das mit dem Überzeugen geklappt hat und überhaupt noch Fragen offen sind. Nur zu. Einfach fragen.
      Viele Grüße, Heike

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.