USA und Kanada

Graceland – zu Besuch bei Elvis

Lohnt sich ein Besuch in Graceland, dem Haus von Elvis? Mein Mann Stefan und ich waren in den 80ern Teenager. Da war der King schon einige Jahre tot. Mit dem Star Elvis Presley haben wir also wenig Berührungspunkte. Gut, man kennt sehr viele Lieder, aber eine CD im Regal haben wir nicht.

Umso erstaunter bin ich, als Stefan bei der Planung der Reise laut überlegt, ob wir Graceland besuchen wollen. Ich persönlich hatte es schon als „zu kitschig“ verworfen. Aber wenn man dann schonmal in Memphis ist, könnte man sich die Villa ja auch anschauen. So plane ich auf unserer Rundreise durch die Südstaaten einen Vormittag für den Besuch ein.

Von unserem Motel ist es nur ein kurzer Weg zum Elvis Presley Boulevard. Die Straßen sind am frühen Morgen noch recht leer. Auf dem großen Parkplatz steht tatsächlich erst ein Auto. Zur Sicherheit überprüfe ich schnell noch einmal die Öffnungszeiten. Ja, wir sind ein wenig zu früh dran. Dank des Jetlags sind wir immer noch Frühaufsteher. Aber genau dieses „zu früh sein“ wird uns kurze Zeit später helfen.

Als erste in der Schlange am Ticketschalter: Jetlag macht's möglich.
Als erste in der Schlange am Ticketschalter: Jetlag macht’s möglich.

Warum wir so früh dran waren

Was ich nämlich bei der Planung der Reise nicht bedacht habe: wir sind natürlich nicht die einzigen, die Elvis‘ Heimat besuchen möchten. Graceland ist ein großer Gebäudekomplex. Er erstreckt sich über beide Seiten des Boulevards. Auf der einen Seite der Straße gibt es mehrere Themen-Museen, unter anderem Elvis‘ Autos, seine funkelnden Anzüge oder seine goldenen Schallplatten. Wer möchte, kann hier die ‚Lisa-Marie‘, eines der Flugzeuge des Sängers besichtigen. Außerdem gibt es noch mehrere Shops und ein Diner.

Auf der anderen Straßenseite liegt das eigentliche Graceland, die Villa des Musikers. Um Graceland besichtigen zu können, kauft man nicht einfach nur das Ticket, geht über die Straße und schaut sich alles an. Nein, hier werden solche Menschenmengen durchgeschleust, so dass man mit dem Ticket ein festes Zeitfenster bekommt, an dem man mit einem kleinen Bus über die Straße gefahren wird, das Haus besichtigt und wieder zurück fährt.

Wir sind zwar die ersten in der Schlange am Ticketschalter, trotzdem liegt unser Zeitfenster für die Besichtigung erst am späten Vormittag. Die früheren Touren wurden bereits vorher im Internet gebucht. Das wirft meine Planung für den Tag ein klein wenig durcheinander. Aber wenn wir noch später gewesen wären, hätten wir das Haus möglicherweise erst sehr viel später am Tag oder schlimmstenfalls gar nicht besuchen können.

  Deshalb mein Tipp: bucht die Tickets für Graceland rechtzeitig über das Internet!

Wir sind so früh, das wir den Komplex erst einmal für uns alleine haben.
Wir sind so früh, das wir den Komplex erst einmal für uns alleine haben.

Presley Motors Automobile Museum

Wir beginnen unsere Erkundung mit Elvis‘ Autos. Der King war ein leidenschaftlicher Sammler von schnittigen Automobilen. Von der Stange war für ihn keine Option. Bei den meisten seiner Autos war die Innenausstattung individuell, oft auch die Lackierung.

Ich weiß nicht, ob ich es schonmal erwähnt habe, aber ich bin in einem Autohaus aufgewachsen. Dementsprechend habe ich einiges an „Benzin im Blut“. Mir geht das Herz auf, als ich zwischen all diesen großartigen Autos entlang gehe.

Hier eine Auswahl der schönsten Autos.

Motorräder besaß Elvis auch. Sie erscheinen aber neben den Autos eher nebensächlich.
Motorräder besaß Elvis auch. Sie erscheinen aber neben den Autos eher nebensächlich.

Elvis The Entertainer Career Museum

Nachdem wir uns die Autos in Ruhe angeschaut haben, verlassen wir das Gebäude und gehen weiter über das beinah noch menschenleere Gelände zum nächsten Museum. Ich habe den Eindruck, das die Mehrzahl der Menschen hier ist, um das Graceland Mansion zu sehen, die Museen interessieren weniger. Mir gefällt es jedenfalls in den Museen.

Die schillernden Bühnenoutfits des Kings hat man ja im Fernsehen oder auf Bildern schon öfter gesehen. Im „Elvis The Entertainer Career Museum“ kann man einige von ihnen bestaunen.

Was mich aber wirklich tief beeindruckt, ist die Sammlung Goldener Schallplatten. Hier wird mir erst richtig bewußt, dass Elvis ein Superstar war.

Es gibt noch ein paar kleinere Ausstellungen. Zum Beispiel eine über Lisa Marie, die Tochter von Elvis. Die finde ich aber weniger interessant und da gehen wir dann auch schnell durch.

Graceland Mansion

Um 11:30 ist es dann so weit. Wir stellen uns in die Schlange der auf den Bus Wartenden. Als erstes werden wir in ein Theater geschleust. Hier gibt es einen kurzen Film über Elvis und die Geschichte Gracelands. Dann gibt’s einen Audioguide auf die Ohren und schwups werden wir auch schon in einen kleinen Bus gesetzt und über die Straße zum Anwesen gefahren.

Heike und Stefan vor der Graceland Villa

So schön das Haus von außen aussieht, so grell, knallig und bunt ist es von innen. Aber ich darf nicht vergessen, dass es hier immer noch so aussieht, wie in den 70ern. Wir besichtigen das Erdgeschoss und den Keller. Im Obergeschoss hat die Familie gelebt, das kann man auch heute noch nicht besichtigen.

Dadurch, dass man ein festes Zeitfenster hat, hält es sich im Haus mit dem Gedränge in Grenzen. Es ist zwar sehr voll, aber man hat trotzdem die Gelegenheit, sich die Räume in Ruhe anzuschauen und ein paar Fotos zu machen.

Hier gibt es eine Bildergalerie von Graceland Mansion, wie die Villa genannt wird.

Zum Abschluss der Besichtigung stehen wir beinah ehrfürchtig vor Elvis‘ Grab. Er hat seine letzte Ruhe neben seinen Eltern und seiner Großmutter gefunden. Es ist sicher so, dass Elvis in Graceland glorifiziert wird, aber irgendwie hat sich meine Meinung nach dem Besuch von Graceland geändert.

Früher habe ich gedacht, Elvis wäre ein zugedröhnter Star gewesen, der sich tot gegokst hat. Heute weiß ich, das er auch ein echter Familienmensch war und unendlich viel für seine Fans getan hat. Vielleicht sogar seine Gesundheit und sein Leben für sie aufs Spiel gesetzt hat.

Nachdem uns der Bus wieder zurück auf die andere Straßenseite gebracht hat, gehen wir noch auf einen Hot Dog in Gladys‘ Diner. Die Flugzeuge von Elvis sparen wir uns. Hierfür haben wir keine Tickets gebucht. Es geht ja heute auch noch weiter auf den Highway Richtung Natchez.

Mein Fazit


Der Besuch von Graceland ist zwar relativ teuer, hat sich aber total gelohnt. Mir hat es Spaß gemacht. Auch wenn ich den Höhepunkt von Elvis‘ Karriere nicht erlebt habe (ich bin ein Jahr älter als seine Tochter), zu sehen, wie er gewohnt hat oder wie sein Leben hier zelebriert wird, das war schon sehr spannend.


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Falls ihr mehr über Memphis lesen möchtet, ich habe einen ganzen Tag in der Stadt verbracht.

      Eintrittspreise

Die Eintrittspreise variieren sehr. Es hängt davon ab, was man alles sehen möchte. Preiswert ist das Ganze leider nicht. Aber für mich persönlich war es jeden Dollar wert. Grob gesagt gibt es mehrere Staffeln (Stand November 2019):

  • nur Graceland Mansion kostet $41 pro Person
  • Graceland Mansion und die Ausstellungen könnt ihr für $61 pro Person besichtigen
  • unterschiedliche VIP Touren, bei denen man nicht im Rudel durch das Haus geführt wird, fangen bei $174 an.

Wir hatten die mittlere Tour gebucht.

Hier findet ihr einen Link zu den tagesaktuellen Preisen.

      Öffnungszeiten

März – Oktober
Montag – Samstag 9:00 – 17:00 Uhr
Sonntag9:00 – 16:00 Uhr
November – März
Montag – Sonntag 9:00 – 16:00 Uhr

      Hier könnt Ihr parken

Wie fast überall in Amerika gibt es riesige Parkplätze direkt am Gelände.

      Hier habe ich übernachtet

Obwohl es direkt an Graceland einige Übernachtungsmöglichkeiten gibt, haben wir mitten in der Stadt gewohnt.

Vista Inn & Suites Memphis
265 Union Ave
Memphis, TN 38103

Die Lage ist top. Man kann ganz bequem in die Stadt laufen und abends auf der Beale Street ein Bierchen trinken. Die Zimmer waren für 1 Nacht in Ordnung. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmte. Das Gelände um das Hotel herum war zwar nicht so ansprechend, aber wir haben hier ja nur übernachtet.

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

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