Kreuzfahrt,  Ost-Europa,  Skandinavien

Ostsee 2 – mein erste Kreuzfahrt

Ich stehe an der Reling der Ocean Bar. In der Hand habe ich eine Piña Colada. Ein leichter Wind wuselt mir durch die Haare und die Sonne scheint mir ins Gesicht. Aus den Bordlautsprechern erschallt „Sail away“ von Enya. Auf diesen Moment habe ich mich lange gefreut.

Auslaufen in Warnemünde. Im Radio erklingt "Sail away" von Enya und die Piña Colada schmeckt
Auslaufen in Warnemünde. Im Radio erklingt „Sail away“ von Enya und die Piña Colada schmeckt

Zusammen mit meinem Mann und lieben Freunden haben wir eine Kreuzfahrt auf der AIDAmar gebucht. Begleitet von kleinen Ausflugsschiffen laufen aus dem Hafen von Rostock Warnemünde aus. Vor uns liegen 10 herrliche Tage auf der Ostsee.

Bei bestem Wetter laufen wir in Warnemünde aus dem Hafen
Bei bestem Wetter laufen wir in Warnemünde aus dem Hafen

Und das erwartet euch in diesem Blogpost.

Um es vorweg zu nehmen: Auch wenn ich im Folgenden die Namen AIDA, AIDAmar und „Ostsee 2“ erwähne, habe ich die Reise auf eigene Faust gemacht und auch komplett selbst bezahlt. Das ist also keine Werbung, trotz Markennennung.

Nachdem wir das offene Meer erreicht haben, führen uns Bine und Bernd, die bereits zwei Kreuzfahrten hinter sich haben, über das Schiff. Das Außendeck, die vielen unterschiedlichen Restaurants, die Bars, das Fitnessstudio, ein Casino, das Theatrium. Ich bin aufgeregt wie ein kleines Kind. So habe ich mich lange nicht mehr gefühlt. Es gibt so viel Neues zu entdecken. Hier wird es mir sicher nicht langweilig werden.

Unsere Kabine

Vor dem Abendessen gehen Stefan und ich auf unsere Kabine. Wir haben eine Innenkabine auf Deck 5 gebucht. Bei der Buchung war ich unsicher, ob ich in einer Innenkabine Platzangst bekommen würde. Ohne Fenster und ohne frische Luft, das ist eigentlich gar nichts für mich. Aber der Preisunterschied zu einer Balkonkabine ist auch für mich ein unschlagbares Argument. Eine Meerblick Kabine haben wir von Anfang an ausgeschlossen. Denn da kann man das Fenster nicht öffnen. Der Aufpreis lohnt sich also für uns nicht.

„Man verbringt eh kaum Zeit in der Kabine, nur zum duschen und schlafen.“, sagen unsere Freunde. Also buchen wir eine Innenkabine.Sie behalten recht. Die Belüftung der Kabine ist ausgezeichnet. Sogar nach einer heißen Dusche ist in dem kleinen Badezimmer nicht eine Dunstschwade. Und wenn mir das Fenster fehlt, dann mach ich entweder den Fernseher an und schalte den Webcam-Kanal ein. Oder gehe kurz an Deck, denn das ist von Kabine 5423 nicht weit entfernt.

Unsere Kabine ist ein wahres Raumwunder
Unsere Kabine ist ein wahres Raumwunder

Die Kabine ist ein wahres Platzwunder. Es gibt ausreichende Schränke und Regale. Vor allem im Badezimmer gibt es mehr Abstellmöglichkeiten als wir brauchen. Schnell den Koffer ausgepackt und unter dem Bett verstaut. Dann heißt es Warten auf das Signal für die obligatorische Rettungsübung.

Auf geht es zur obligatorischen Rettungsübung
Auf geht es zur obligatorischen Rettungsübung

Das erste Abendessen

Für unser erstes Abendessen suchen wir uns das Marktrestaurant aus. Das Buffet steht jeden Abend unter einem anderen Thema. Leider habe ich das erst nach ein paar Tagen registriert, so dass ich euch nicht mehr erzählen kann, was das Thema am ersten Abend war.

Wir sind ein wenig genervt von den vielen Menschen, die sich an den Buffets drängen. Als ob es in 10 Minuten nichts mehr gibt. Dabei werden die Schüsseln permanent wie von Geisterhand wieder aufgefüllt. Leise summe ich „Die heiße Schlacht am kalten Buffet“ von Reinhard May vor mich hin. Auch das Finden eines Tisches für 4 Personen entpuppt sich als sportliche Aufgabe, die wir leider in den nächsten 10 Tagen morgens und abends zu bewältigen haben.

Den Abend verbringen wir, wie fast jeden der folgenden Abende, in der Beach Bar. Erstens haben wir hier die Servicekräfte ganz schnell ins Herz geschlossen. Zweitens ist es hier meistens nicht so voll und drittens kann man hier auch in Ruhe eine rauchen.

Schnapsi-Taxi ….. Vitamine ….. Grappa für den Papa

Ich habe sie ins Herz geschlossen. Die immer freundlichen Servicekräfte auf der AIDA, die mir jeden Wunsch von den Augen abgelesen haben. Ich weiß nicht, wie sie das machen. Wahrscheinlich jahrelange Übung darin, die Mimik und Gestik der Passagiere zu deuten. Aber es ist wirklich so. Wenn man einfach irgendwo gemütlich sitzen möchte und seine Ruhe haben möchte, dann hat man sie auch. Sobald man denkt: „Ein Capuccino wäre jetzt was“, dann steht ein freundlicher Kellner neben einem: „Möchten sie etwas trinken, Madam?“

Und was hat es mit dem Schnapsi-Taxi auf sich? Das ist so niedlich. Jeden Abend nach dem Abendessen schieben zwei Kellner einen Wagen mit Hochprozentigem durch die Gänge der Restaurants und rufen dabei „Schnapsi-Taxi ….. Vitamine ….. Grappa für den Papa“. Ich warte jeden Abend darauf. Nein, nicht auf den Schnaps. Sondern auf die kleine Show. Lacht ruhig über mich.

Und das ist unsere Route

Unsere Route geht ein wenig Zickzack durch die Ostsee. Warum nicht einfach rundherum? Ich habe es nicht herausfinden können. Unsere Reise startet in Rostock Warnemünde. Von dort aus geht es weiter nach Dänemark. Dann queren wir die Ostsee nach Danzig. Am nächsten geht es wieder auf die andere Seite der Ostsee, nach Stockholm. Dann nach Helsinki, St. Petersburg und von Tallinn aus wieder zurück nach Warnemünde.

Kopenhagen

Einige Städte auf unserer Reise kenne ich bereits. So waren wir vor Jahren schon einmal in Kopenhagen. Unser Schiff legt am Langeliniekaj an, von dem aus man bequem zu Fuß in die Stadt gehen kann. Das wir die Stadt bereits kennen hat den Vorteil, das wir ganz entspannt durch die gemütlichen Gassen bummeln können.

Nyhaven, eines der beliebtesten Fotomotive nach der kleinen Meerjungfrau
Nyhaven, eines der beliebtesten Fotomotive nach der kleinen Meerjungfrau

Hier könnt ihr übrigens lesen, wie ich seinerzeit einen perfekten Tag in Dänemarks Hauptstadt verbracht habe.

Von Kopenhagen aus geht es nachmittags einmal quer über die Ostsee nach Danzig.

Danzig

Da das Schiff nicht in Danzig, sondern in Gdingen anlegt, haben wir für Danzig einen AIDA Tagesausflug gebucht: „Danzig auf eigene Faust“. Das bedeutet, wir werden vom Schiff mit einem Bus in das eine Stunde entfernte Danzig gebracht und später wieder dort abgeholt. Einen Shuttle bietet AIDA hier nicht an, weil die Strecke zu lang ist.

Der Neptunbrunnen vor dem Artushof am Langen Markt in Danzig
Der Neptunbrunnen vor dem Artushof am Langen Markt in Danzig

Von Danzig bin ich ein wenig enttäuscht. Ich hatte mich sehr auf die schöne Altstadt gefreut. Leider haben wir ein wenig Pech, denn wir sind genau zu dem Zeitpunkt da, wo der Dominikanermarkt stattfindet. So ist es super voll in der Stadt. Leider sind die engen Gassen durch die Marktstände noch enger und voller.

Meine Freundin und Gastautorin Ruth, hat letztes Jahr bei ihrem Besuch in Danzig mehr Glück gehabt. Hier könnt ihr ihren perfekten Tag in Danzig verfolgen.

Stockholm

Ich sitze auf einem Ergometer und versuche, mir ein paar Kalorien abzufahren. Seit einer Stunden fahren wir durch den Schärengarten von Stockholm. An mir ziehen kleine Inseln mit wunderschönen, typisch schwedischen Holzhäusern vorbei. Ich warte darauf, daß jeden Moment Tjorven mit Bootsmann am Ufer erscheinen. Bei so einem Ausblick macht der Sport richtig Spaß.

Gegen 18 Uhr legen wir in Stockholm an. Frihamnen, der Hafen wo unser Anlegeplatz ist, liegt ein paar Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Aber das ist kein Problem, denn AIDA bietet hier für 10 € einen Shuttle an. Dieser Shuttle bringt uns heute Abend und auch morgenfrüh in die Stadt. Leider ist der Shuttle am zweiten Tag ziemlich schlecht organisiert, so das wir recht lange vor dem Königlichen Schloss stehen und warten. Ein leiser Kritikpunkt bei der ansonsten großartig organisierten Reise.

In Stockholm sind wir bereits zwei Mal gewesen, allerdings beide Male im Februar. Ich verliebe mich spontan ein drittes Mal in diese tolle Stadt. Hier könnt ihr lesen, wie es im Winter in Stockholm ist.

Helsinki

Die Hauptstadt Finnlands habe ich vor ein paar Jahren schon einmal besucht. Auf der Rückreise von Tampere, wo wir an einem Geocaching Event teilgenommen hatten, war vor dem Abflug nach Düsseldorf noch ein wenig Zeit.

Heute haben wir einen ganzen Tag, um die Stadt anzuschauen. Ich bin ein wenig fußfaul und nehme auch in Helsinki den AIDA Shuttle in die Innenstadt in Anspruch. Die anderen drei gehen zu Fuß, was eigentlich auch ganz gut zu machen ist.

Die Aleksanterinkatu, eine der Haupteinkaufsstraßen in Finnlands Hauptstadt
Die Aleksanterinkatu, eine der Haupteinkaufsstraßen in Finnlands Hauptstadt

Ich nutze die erste Stunde, um die Stadt ganz alleine auf mich wirken zu lassen. Es ist noch früh am morgen und wunderbar leer. Später treffe ich mich mit Stefan und den anderen und wir spazieren kreuz und quer durch eine Stadt, in der man noch an sehr vielen Ecken erkennen kann, das Finnland einmal zu Russland gehörte.

St. Petersburg

Was soll ich zu St. Petersburg sagen? Wie lange stand diese Stadt schon auf meiner Wunschliste. Da wir kein Interesse daran haben, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, haben wir für die kommenden zwei Tage im Internet eine Reiseführerin samt Auto gebucht.

In einer kleinen Gruppe von 8 Personen werden wir mit einem Reisebus direkt am Schiff abgeholt. Am ersten Tag besuchen wir Schloss Peterhof und den Katharinenpalast mit dem Bernsteinzimmer. Abends machen wir eine Lichterfahrt über die Newa und am zweiten Tag erkunden wir St. Petersburg.

Blick von der Isaakskathedrale auf den Winterpalast mit der Eremitage
Blick von der Isaakskathedrale auf den Winterpalast mit der Eremitage

Unsere Reiseführerin Anna ist ein Glücksgriff. Sie bringt uns ihre Heimatstadt auf sehr charmante Weise nahe. Wir sehen so viele beeindruckende und wunderbare Orte, über die ich euch demnächst mehr erzählen werde.

Tallinn

Unsere letzte Station auf der Reise überrascht mich. Tallinn war eigentlich die Stadt, die ich am wenigsten auf dem Schirm hatte. Hatte ich doch vorher im Fernsehen einen Bericht gesehen, wo von Touristenmassen die Rede war.

Blick auf die Altstadt von Tallinn. In Hintergrund sieht man die AIDAmar und die AIDAperla
Blick auf die Altstadt von Tallinn. In Hintergrund sieht man die AIDAmar und die AIDAperla

Auch hier legt die AIDAmar wieder nahe der Stadt an, so daß wir diese in wenigen Minuten zu Fuß erreichen. Wir verbringen ein paar schöne Stunden in der wunderschönen Altstadt. Es ist zwar voll, aber lange nicht so schlimm, wie es im Fernsehen zu sehen war. Vielleicht haben wir aber auch, im Gegensatz zu Danzig, hier mehr Glück.

Der Seetag

Der letzte Tag unserer Kreuzfahrt ist ein Seetag. Etwa 550 Seemeilen, gut 1.000 Kilometer, liegen vor uns auf dem Weg zurück nach Warnemünde. Die vielen Tagesausflüge waren sowohl körperlich, als auch mental anstrengend. Es gibt so viele Eindrücke zu verarbeiten. Deswegen suche ich mir ein ruhiges Plätzchen und finde dieses auch in einem Liegestuhl auf Deck 5. Hier bekommt ich heute so schnell keiner mehr weg.

Seele baumeln lassen am letzte Seetag
Seele baumeln lassen am letzte Seetag

Am Abend findet auf dem Pooldeck die Abschiedsparty statt. Mit einem Gläschen Sekt stoßen wir auf eine wunderbare Reise an, während auf der Bühne die Crew „We are the world“ singt. Ihr könnt euch vorstellen, das bei mir das eine oder andere Tränchen fließt. Die Reise war einfach traumhaft schön und ich habe meine erste Kreuzfahrt sehr genossen.


Mehr zum Thema


      Hier haben wir die Tagestouren gebucht

Danzig auf eigene Faust

Diese Tagestour haben wir direkt bei AIDA gebucht. Der Transfer von Gdingen nach Danzig erschien uns so am einfachsten.

2 Tage Petersburg

Das Komplettpaket haben wir bei Petersburg Hautnah gebucht. Unsere Reiseleiterin Anna sprach perfekt deutsch. Sie und Aleksej, der Fahrer haben uns zwei super schöne Tage in St. Petersburg beschert. Anna hat uns nicht nur ihre wunderschöne Heimatstadt nah gebracht. Sie hat uns auch während der Fahrt mit vielen kleinen Geschichten über den Alltag der Petersburger gut unterhalten.

Wir können Sergej und sein Team von Petersburg Hautnah uneingeschränkt weiterempfehlen.

      Hier könnt Ihr parken

Wir sind mit dem eigenen Wagen nach Warnemünde gefahren. Im Vorfeld hatten wir einen Parkplatz im Parkhaus am Molenfeuer gebucht. Das Parkhaus liegt zu Fuß ca. 20 Minuten vom Cruise Terminal entfernt. Man kann seine Koffer ganz bequem am Parkhaus abgeben und mit dem kostenlosen Shuttle zum Cruise Terminal fahren.

Am Anreisetag haben wir die Koffer abgegeben und sind nach der langen Fahrt gemütlich zum Schiff spaziert. Am Abreisetag haben wir den Shuttle zum Parkhaus genutzt, da wir die Koffer jetzt dabei hatten.

      Das schreiben andere Blogger

  • Meike vom Blog meikemeilen ist mit der brandneuen Mein Schiff 1 in St. Petersburg gewesen
  • Tanjy, Takly on Tour war – wie wir – mit der AIDAmar auf der Ostsee unterwegs
  • Der Deck 8 Kreuzfahrtblog ist ebenfalls mit der Mein Schiff 1 auf der Ostsee unterwegs gewesen

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

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