Zitronenhändler an der Straße
Italien

Sorrent, oder wie kommt man am besten nach Capri

Sorrent (italienisch Sorrento) ist der perfekte Ort für einen Urlaub am Golf von Neapel. Von hier aus kann man Tagesausflüge nach Capri, nach Neapel, zum Vesuv und Pompeji oder an die Amalfiküste machen. Im September 2016 waren mein Mann und ich für eine Woche in Sorrent.

Die Abendsonnne taucht die Küste vor mir in ein malerisches Licht. Der Vesuv in der Ferne liegt, wie beinah jeden Abend seit ich hier bin, in einem Wolkenfeld. Ich sitze auf der Terrasse unseres Hotels. Einen Aperol Spritz in der Hand. Mir gegenüber sitzt mein Mann und genießt sein Bier. Zu unseren Füßen schnarcht Coffie, der Hund des Hotels. In diesem Moment bin ich wahrscheinlich der zufriedenste Mensch auf der Welt.

Meer, Küste, Frau mit Weinglas
Diesen Ausblick genießt Ihr, wenn ihr in Sorrent ein Hotel außerhalb der Stadt bucht

Eine Woche genießen wir diese Entspannung auf der Halbinsel von Sorrent. Wir wohnen in einem Hotel oberhalb der Stadt, die der Halbinsel ihren Namen gibt. Der quirlige Ort ist nicht nur schön zum Bummeln und schön Essen gehen. Er bietet sich auch ganz wunderbar für Ausflüge in die Umgebung an. Vom Hafen Marina Piccola aus kann man mit der Fähre nach Capri fahren, sich per Schnellfähre bequem Neapel nähern, mit dem Zug den Vesuv und die Ausgrabungen von Pompeji erreichen, und natürlich die wunderschöne Amalfiküste besuchen.

Wie kommt man von Sorrent nach Capri?

Lohnt sich ein Tagesausflug nach Capri? Ist es da nicht extrem voll? Und überhaupt, ist das nicht total kitschig? Diese Fragen stelle ich mir eines Abends, während wir gemütlich auf der Terrasse sitzen. Ein kurzer Rundruf auf Twitter, und mir ist klar: Meine Vorurteile scheinen nicht zu stimmen. So beschließen wir, den nächsten Tag nach Capri zu fahren.

Boot, Hafen, Häuser
Der Hafen von Capri

Zur Insel Capri kommt man nur mit der Fähre. Die Schnellfähre bringt Dich in 20 Minuten auf die Insel, die normale Fähre in 30 Minuten. Die Fähren  legt vom Marina Piccola ab. Es gibt reine Personenfähren, man kann aber auch das Auto mitnehmen.

Anbieter Preis – Hin und Zurück
(Stand Dezember 2016)
Takt Zeitraum
Alilauro (Personenfähren) 35 Euro 11 Mal täglich Ende März – Ende Oktober
Caremar (Autofähren)  30 Euro  4 Mal täglich ganzjährig

Und weil ich es etwas stressig fand, die notwendigen Informationen im Internet zusammen zu suchen, hab ich Euch hier einmal zusammen gefasst, wie man zum Hafen von Sorrent kommt.

Wo ist der Hafen von Sorrent und wie komme ich dort hin?

Unser Hotel bietet, wie so viele andere außerhalb der Stadt gelegene Hotels, einen kostenlosen Pendelbus in den Ort. Der „Busbahnhof“, offensichtlich der Endpunkt vieler Hotelbus-Shuttle, liegt mitten in der Stadt. Bis zum Hafen muss von hier aus ein paar Minuten laufen. Auch vom Bahnhof aus ist es ein kurzer Fußweg zum Marina Piccola, wie der Hafen von Sorrent heißt. Das Auto oder den Leihwagen solltet ihr besser zu Hause lassen, denn Parken ist hier nahezu unmöglich.

Der Hafen von Sorrent
Der Hafen von Sorrent

Der Hafen von Sorrent liegt ein ganzes Stück tiefer als die Stadt selbst.  Es gibt drei Möglichkeiten, von oben nach unten – und natürlich umgekehrt – zu gelangen.

  • Mit dem Bus
  • Über eine lange Steintreppe
  • Mit dem Aufzug

 

Die erste Möglichkeit ist ein Pendelbus, der vor allem auf dem Weg nach oben genutzt wird. Deswegen sind diese Busse auch dann, wenn gerade eine Fähre angekommen ist, ziemlich voll. Die Fahrt ist jedoch super kurz und man erträgt das Gedränge.

Die zweite Möglichkeit von der Oberstadt zum Hafen zu kommen, ist eine lange Steintreppe. Die Treppenstufen sind ziemlich uneben und unterschiedlich hoch. Ich bin leider nicht so ganz trittsicher, und so fand ich die Treppe eher unbequem. Außerdem ist es schon ziemlich anstrengend, die Stufen nach oben zu steigen.

Last but not least die dritte Möglichkeit, um zum Hafen zu gelangen: es gibt einen Aufzug. Der bringt einen am schnellsten von Unten nach Oben. Der Aufzug ist leider ein kleines Stück vom Hafen entfernt. Aber der kleine Spaziergang am Strand zum Marina Piccola ist sehr nett und lohnt sich.

Neapel für einen Tag

Einen Tagesausflug nach Neapel sollte man auf keinen Fall mit dem Auto machen. Der Verkehr in der Stadt ist entsetzlich und parken grauenhaft. Außerdem gibt es touristisch gesehen viel schönere Wege um nach Neapel zu kommen. Von Sorrent aus hat man die Wahl: entweder mit der Bahn oder mit einer der Fähren, die bis zu 15 Mal täglich zwischen Neapel und Sorrent fahren.

Menschen betreten eine Fähre
Auf geht’s nach Neapel

Das einzige, was meiner Meinung nach für die Bahn spricht, ist der Preis. Bahnfahren ist in Italien wirklich preiswert. Für 4,50 pro Strecke kommt man mit der Circumvesuviana von Sorrent nach Neapel. Aber die Fahrt dauert relativ lange und die Züge sind nicht gerade angenehm: dreckig und ohne Klimaanlage. Dies konnten wir von anderen Hotelgästen erfahren, weswegen uns die Entscheidung für die Fähre auch nicht schwer gefallen ist.

Mann blickt aus dem Fenster auf den Vesuv
Der Vesuv ist in der Region Kampanien allgegenwärtig

Mit der Schnellfähre sind wir in knapp 45 Minuten in Neapel. Der Hafen ist direkt im Touristenzentrum und die Fahrt über den Golf von Neapel macht echt Spaß. Die Fähre ist eine wirklich gute Wahl, die ich nur empfehlen kann.

Anbieter Preis – Hin und Zurück
(Stand Dezember 2016)
Takt Zeitraum
Alilauro (Personenfähren) 25 Euro 5 Mal täglich ganzjährig
Circumvesuviana (Zug) 10 Euro quasi im Halbstundentakt ganzjährig

Nach Pompeji und zum Vesuv

Zu den Ausgrabungsstädten von Pompeji fahren wir, allen Warnungen zum Trotz, mit dem Auto. Wie ich schon etwas weiter oben beschrieben habe, finde ich die die Fahrt in einem unklimatisierten Zug nicht so reizvoll. Auch für Pompeji hatte man uns wenig bis gar keine Parkplätze prophezeit. Deswegen sind wir früh genug losgefahren und haben dann auch tatsächlich einen bequemen Parkplatz neben den Ausgrabungsstädten gefunden.

Die Ausgrabungen von Pompeji
Die Ausgrabungen von Pompeji

Der Zug, der Euch nach Pompeji bringt, ist der selbe wie nach Neapel. Pompeji ist ein Zwischenstopp. Wenn ihr weiter zum Vesuv möchtet, geht es mit dem Bus weiter. Der Bus fährt ab der Piazza Anfiteatro.

Anbieter Preis – Hin und Zurück
(Stand Dezember 2016)
Takt Zeitraum
Sitabus 5,40 Euro 10  Mal täglich ganzjährig von 8:00 – 15:30 Uhr

 

Entlang der Amalfiküste

Auf der anderen Seite der Halbinsel von Sorrent liegt die Amalfiküste. Mehrere ganz zauberhafte Orte lohnen hier einen Besuch.

Vielke Häuser, die sich an einen Hang schmiegen
Positano ist nicht leicht zu erreichen.

Wie erkundet man die Amalfiküste am schönsten?

  • Mit dem eigenen Auto
  • Mit dem Linienbus
  • Mit der Fähre

Auf der einen Seite gibt es eine tolle Küstenstraße die zu fahren echt Spaß macht. Hinter jeder Kurve, und davon gibt es reichlich, bietet sich einem ein anderer Blick auf eine traumhaft schöne Küste. Den Nachteil der Erkundung mit dem eigenen Auto bekommen wir in Positano zu spüren. In den Reiseführern wird dieser Ort als der schönste an der Amalfiküste beschrieben. Das haben wohl auch alle anderen Touristen gelesen, denn man bekommt weit und breit keinen Parkplatz. So müssen wir den wohl pittoreskesten Ort auf der Halbinsel von Sorrent leider ohne Stop durchfahren. Allerdings bleibt die Erfahrung in Positano ein Einzelfall. In Amalfi zum Beispiel gibt es eine bequeme Tiefgarage.

Von der zweiten Variante, mit dem Linienbus zu fahren, nehmen wir auch nach einem Gespräch mit anderen Gästen des Hotels Abstand. Man bräuchte sich zwar keine Sorgen um einen Parkplatz machen, aber die Busse sind so überfüllt, das man bereits an der zweiten Haltestelle nur noch einen Stehplatz bekommt. Da die Busfahrt über eine Stunde dauert, und über eine kurvenreiche Straße führt, ist das keine Option für mich.

Die letzte, leider auch zugleich teuerste Möglichkeit ist auch hier wieder die Fähre. Vom Hafen von Sorrent aus kann man, wie mit einem Linienbus, entlang der Amalfiküste fahren und an den wichtigsten Orten stoppen, aussteigen und nach der Besichtigung wieder weiterfahren.

Mein Fazit:

Sorrent ist eine hübsche kleine Stadt. Viele Hotels, die ein wenig außerhalb der Stadt liegen, bieten eine grandiose Aussicht auf die Küste. Kostenlose Pendelbusse und der ÖPNV sind eine super bequeme Art, sich fortzubewegen. Das Auto sollte man besser im Hotel stehen lassen. Vom Hafen aus kommt man sehr einfach zu den wichtigsten touristischen Hotspots. Wer es preiswerter mag, kann den Bus nehmen. Einen Bahnhof mit Direktverbindung nach Neapel oder Pompeji gibt es in Sorrent.

Ich habe es nicht bereut, die quirlige Stadt als Ausgangspunkt für unsere Tagestouren gewählt zu haben. Eine kleine Warnung habe ich dennoch: macht euch im Sommer auf Massen von Touristen gefasst. Insbesondere US-Amerikaner lieben den Golf von Sorrent und die Amalfiküste.

 

 

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

11 Comments

  • vielweib

    Ward Ihr außerhalb der Saison dort, oder?
    Ich flüchte gern bei so einem Massenauflauf, anders herum mag ich auch die Atmosphäre. Danke für die umfassende Info. Wenn es mich mal wieder mit dem Cabrio nach Italien triebt, weiß ich, wo ich gute Infos erhalte ;-)
    LG Tanja

    • Heike

      Nein, wir waren leider auch in der Hochsaison dort. Das nächste mal werde ich auch unbedingt eine andere Jahreszeit probieren. Denn es war echt extrem voll.
      Liebe Grüße, Heike

  • Ron

    Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
    Im dunklen Laub die Goldorangen glühn,
    Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
    Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?

  • Laura Bruno

    Wir wollen einen Tagesausflug nach Capri planen und vorallem in Anacapri mit der Gondel fahren. Sollte man einen ganzen Tag auf Capri einplanen und kann man die Fährtickets direkt problemlos vor Ort jeweils kaufen oder sollte man sich diese vorher schon holen? Desweiteren ist meine Frage ob man den Vesuv und Pompeij an einem Tag besuchen kann oder dies auf zwei Tage legen sollte?
    Besten Dank im Voraus
    Liebe Grüße
    Laura

    • Heike

      Liebe Lara,
      ja, wir haben einen ganzen Tag auf Capri verbracht. Es gibt so viel zu sehen dort. Die Fährtickets haben wir vor Ort gekauft. Da war eine etwas längere Warteschlange vor den Schaltern, also besser ein wenig Zeit einplanen und rechtzeitig da sein.
      Wir haben Pompeji und den Vesuv an einem Tag besucht. Je nachdem wo ihr wohnen werdet, ist ja schon ein kleines Stück zu fahren. Wir haben ja in Sorrent gewohnt und da war das eine gute Stunde Fahrt, wenn ich mich recht erinnere. Wir waren vormittags recht früh in Pompeji und sind danach zum Vesuv weiter gefahren. Das hat prima geklappt.
      Viele Grüße
      Heike

  • Dirk

    Hallo Heike, sitzen grad in Castellamare di Stabia und haben Deinen Reisebericht gelesen, der uns sehr geholfen hat. Allerdings hat sich unser Eindruck über die unendliche Parkplatznot bestätigt und haben bisher 41 Euro zur Ortsverschönerung beigetragen :-)). Gruß Dirk

  • Frank

    Hallo Heike,
    du hast eine tolle Seite und deine kostenlosen Reisetips finde ich wirklich sehr hilfreich. Die Idee meiner eigenen Webseite geht in die gleiche Richtung, auch wenn ich mehr den Part des ortskundigen Reiseführers gewählt habe. Aber die Pollio-Villa liegt ja gleich bei Sorrent, der Eintritt ist frei und die Felsen am Meer sind zum Baden wie geschaffen.
    Beste Grüße, Frank

  • Stefan

    Hallo Heike,

    danke für den informativen Beitrag. Ich plane gerade den Aufenthalt in Rom / Sorrent für Oktober. Den Besuch auf Capri wollen wir uns offenhalten. Gut zu wissen, dass man sich auch kurzfristig entscheiden kann.
    Da deine anderen Artikel auch interessant zu sein scheinen und wir neben dem Reisen auch das Hobby der GPS-gesteuerten Dosensuche teilen, hast du jetzt auf Twitter einen neuen Follower. ;-)

    Grüße vom Rande des Ruhrgebiets
    Stefan (und Kris)

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