Schottland

Schottland – Die Highlands

Nachdem wir im Sommer 2010 eine Woche im Westen Schottlands in der Nähe von Oban verbracht und das Geocaching Event UK Mega 2010 in Perth überstanden haben, hat es uns noch für weiter 5 Tage in die Highlands verschlagen.

Unsere Ferienwohnung, ach was sage ich Wohnung, unser Anwesen lag in Alvie in der Nähe von Aviemore, ca. 30 Minuten entfernt von Inverness und damit ganz schön nahe beim Ungeheuer von Loch Ness.

Dunkeld

Wer Peter Rabbit kennt, der kennt auch die britische Kinderbuchautorin Beatrix Potter.  Auf unserem Weg ‚gen Norden machen wir im kleinen Örtchen Dunkeld Pause. Hier verbrachte die Familie Potter mit Klein Beatrix einige Sommerurlaube und möglicherweise entstanden hier die ersten Ideen für Peter Rabbit.

Dunkeld, der Urlaubsort von Petter Rabitt
Dunkeld, der Urlaubsort von Petter Rabitt

Und was wäre ein schöner kleiner Ort in Großbritannien ohne eine halb zerfallene Abtei oder Kathedrale ? Auch diese finden wir hier. Die Dunkeld Cathedral erbaut zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert ist teilweise verfallen. Es gibt aber auch einen vollständigen Teil, der nach wie vor als Kirche dient.

Die Kathedrale von Dunkeld
Die Kathedrale von Dunkeld

Alvie

Weiter geht die Fahrt über die A9 bis nach Alvie. Irgendwann ändert sich die Landschaft ganz enorm. Wir kommen in die Highlands. Die Landschaft beeindruckt mich sher. Von den Gletschern der Eiszeit platt geschrubbte Berge, von Oben bis Unten mit Heide bewachsen. Ein atemberaubender Anblick. Und es riecht so gut. Die von der Sonne beschienene Heide verbreitet den herrlichen Duft der Ätherischen Öle der Pflanzen.

Die sanften Hügel der schottischen Highlands
Die sanften Hügel der schottischen Highlands

Gegen 16 Uhr erreichen wir unser Ferienhaus. Das Alvie Estate liegt gut versteckt in einer Seitenstraße. Nach dem Motto „Man gönnt sich ja sonst nichts“, haben wir mit Tanja, Uwe und Fynn den Nord Flügel des Anwesens gebucht. Die Ferienwohnung in diesem alten Herrenhaus ist riesengroß.

Alvie Estate
Alvie Estate

Gut, das wir als Geocacher unsere GPS immer dabei haben, sonst hätten wir uns auf dem Weg von der Küche ins Wohnzimmer glatt verlaufen können. Heute unternehmen wir nichts weiter. Wir kochen, essen gemütlich und sitzen danach gemütlich im Wohnzimmer um eine Runde zu quatschen.

Loch Ness

Am nächsten Tag möchten Stefan und ich Nessie einen Besuch abstatten. Da der Weg nach Loch Ness über Inverness führt, halten wir am dortigen Visitor Centre an um uns mit den notwendigen Informationen zu versorgen. Danach fahren wir mehr oder weniger auf direktem Wege zum Loch Ness Visitor Centre.

Nessie ? Im Visitor Centre von Loch Ness
Nessie ? Im Visitor Centre von Loch Ness

Es bewahrheitet sich wieder einmal, das uns Geocaching zu bezaubernden Plätzen führt, die kein Reiseführer, dafür aber die Einheimischen kennen. Hier ein paar Impressionen dazu:

Wenn man die Hauptstrassen verlässt, endeckt man so manches schöne Plätzchen am Loch Ness
Wenn man die Hauptstrassen verlässt, endeckt man so manches schöne Plätzchen am Loch Ness

Loch Ness selbst ist sehr groß. Trotz guter Augen konnten wir Nessie nicht wirklich sehen. Der Besuch des Visitor Centre lohnt sich. Man wird durch sechs Räume geführt, in denen es audio-visuelle Vorträge über den Loch und natürlich sein Ungeheuer gibt. Es wird zuerst gezeigt wie der See, und auch ganz Schottland, durch die Kontinentalverschiebung entstanden sind. Natürlich wird auch darauf eingegangen, wie in den letzten beiden Jahrhunderten nach Nessie geforscht wurde. Ist schon witzig, was die Menschen geglaubt haben, zu sehen. Natürlich muß ich mir im Gibtshop eine kleine Nessie kaufen, die kann dann zu Hause mit dem Welsh Dragon vom Vorjahr Party machen.

Nach dem Besuch bei Nessie fahren wir zum Glen Affric Nationalpark. Den Tipp hierfür bekamen vom von dem netten Herren an der Tourist Information. Der Weg durch den Glen ist eine der beliebten Single Track Roads. Überall am Weg beginnen oder kreuzen Wanderwege. Das Gebiet ist ein El Dorado für Wanderer. Wir halten an mehreren Wanderparkplätzen an um wenigstens ein Stück zu laufen und genießen dabei die Aussicht.

Der Glen Affric Nationalpark, ein Paradies für Wanderer
Der Glen Affric Nationalpark, ein Paradies für Wanderer

Speyside Whisky Trail

Stefan und ich trinken sehr gerne einen Single Malt Whisky. Deshalb ist es für uns ein Muss, wenn wir schonmal in der Nähe sind, den Malt Whisky Trail zu fahren. Entlang des Flusses Spey liegen einige Destillerien. Einige sind weniger schön anzusehen, weil sie wirklich industrielle Produktionsstädten sind. Andere haben sich ihren Charme erhalten und bieten auch von Außen schöne Fotomotive.

Entlang des Speyside Whisky Trail, die Tormore Distillery
Entlang des Speyside Whisky Trail, die Tormore Distillery

Eine von den Schöneren ist die Glenlivet Distillery. Hinzu kommt noch, das das gesamte Gelände einmal auf Links gekehrt und auf Hochglanz poliert worden ist, weil zwei Monate zuvor Prince Charles mit seiner Camilla dort waren, um eine weitere Produktionsstädte zu eröffnen.

Die Glenlivet Distillery bietet nicht nur fabelhaften Scotch, sie ist auch schön anzuschauen und kannkostenlos besichtigt werden
Die Glenlivet Distillery bietet nicht nur fabelhaften Scotch, sie ist auch schön anzuschauen und kannkostenlos besichtigt werden

Wir nehmen an einer der kostenlos angebotenen Führungen teil. Zu Beginn wird einem der Maischekocher gezeigt, wo die Gerste mit Wasser gekocht wird, um den Zucker freizusetzen, der in der Gerste enthalten ist. Vor demKochen wird die Gerste noch geröstet um danach besonders geschmackvoll und süß zu sein. Im zweiten Produktionsschritt wird unter Zugabe von Hefe das Zuckerwasser zu Bier gebraut. Im finalen Produktionsschritt wird diese Flüssigkeit schließlich destilliert. Das Destillat unterteilt sich in Head, Body und Tail. Während der Alkoholgehalt des Head viel zu hoch ist, ist der des Tails zu niedrig. Deshalb wird für den Whisky nur der Body genommen. Das Destillat wird für Scotch Whisky zwei Mal destilliert. Der fertige Whisky wird bei Glenlivet in Sherry- oder Burbonfässen gelagtert.

Nach der Destillery wird uns das Lager gezeigt. Ein unbeschreiblich leckerer Geruch strömt uns beim Betreten des Gebäudes entgegen. Ich hatte erwartet, das hier große Fässer lagern. Ist aber nicht so, die Fässer sind in der handelsüblichen Größe. Der jüngste Whisky, den man von Glenliver kaufen kann, ist 12 Jahre alt. Während er in den Holzfässern reift, nimmt er Stoffe aus den Fässern an und erhält dadurch seinen Geschmack und die charakteristische Farbe. Während der Reifezeit verringert sich der Inhalt der Fässer um jährlich 2%, so daß am Ende der 12 Jahre nur noch 63% Flüssigkeit in den Fässern enthalten ist. Der Rest ist als sogenannter Angeldust in der Luft verschwunden.

Nach der Besichtigung wird uns noch eine Probe angeboten, die wir gerne annehmen. Wir könen zwischen 12, 15 und 18 jährigem Whisky wählen. Jeder Teilnehmer darf ein Glas kosten. Stefan entscheidet sich für einen 15 jährigen, der in einem französischen Eichenfass gelagert wurde und ich für den 18 jährigen, der in normalen Fässern gelagert wurde. Dieser schmeckt mir dann auch tatsächlich besser. Der in den Eichenfässern hatte mir zu viele unterschiedliche Aromen.

Nach der Besichtigung fahren wir noch weitere Destillerien an, machen aber keine weitere Besichtigung.

Hier wird das fabelhafte Glen Grant Tröpfchen destilliert
Hier wird das fabelhafte Glen Grant Tröpfchen destilliert

Eine interessante Geschichte im Zusammenhang mit den Whisky Brennereien möchte ich noch erzählen. Der vorher von mir erwähnte Angeldust, der immer in der Luft liegt, bietet einen wunderbaren Nährboden für den schwarzen Whiskypilz. Alle Gebäude, alle Baunstämme, oder auch Grabsteine sind von diesem schwarzen Pilz überzogen. Dumm für die Schwarzbrenner. Weil die Inspektoren beim Durch-die-Gegend-fahren diesen schwarzen Belag natürlich sahen, hatte kein Schwarzbrenner eine echte Chance.

Der Friedhof neben der Glen Grant Distillery. Die Grabsteine sind scharz vom Whiskypilz
Der Friedhof neben der Glen Grant Distillery. Die Grabsteine sind scharz vom Whiskypilz

Cawdor Castle

Von Tanja, Uwe und Fynn heißt es heute Abschied nehmen. Sie fahren noch einen Tag nach Glasgow und dann nach Hause. Wir bleiben noch einen weiteren Tag in Alvie. Ich möchte gerne den heutigen Tag mit einem Besuch von Cawdor Castle Garden beginnen. Der Garten des Schlosses, das Schloss selbst interessiert mich nicht wirklich, besteht aus zwei Teilen. Einem großen Walled Garden und einem Labyrinth. Wir habenmal wieder richtig Glück mit dem Wetter. Die Sonne scheint vom blauen Himmel, der von malerischen Schäfchenwolken durchzogen ist.

Cawdor Castle
Cawdor Castle

Der Blumengarten besteht aus einen wunderschön angelegten Staudenbeet und aus Beeten mit Einjährigen. Ich habe mal wieder Gelegenheit, mir eine Menge Ideen zu holen. Das Labyrinth besteht aus Ilex und ist ganz hübsch, aber mein Herz schlägt nun einmal für die Staudenrabatte.

Der Blumengarten an Cawdor Castle
Der Blumengarten an Cawdor Castle

Wir verlassen Cawdor Richtung Inverness. Die Stadt ist zum Glück nicht so überlaufen. In der Mitte gibt es ein Einkaufszentrum wo man gut und preiswert parken kann. Von hier aus kann man die Stadt prima erkunden. Wir finden hier endlich mal einen Starbucks und genießen denleckeren Kaffee. Zwischendurch fängt es plötzlich kurz und heftig an zu regnen. Aber die Menschen hier beachten das gar nicht und machen ganz normal weiter. Die scheinen das gewohnt zu sein. Zum Glück hört es aber auch schnell wieder auf.

Eine Einkaufspassage in Inverness
Eine Einkaufspassage in Inverness

Nachdem wir uns die schöne Innenstadt von Inverness angeschaut haben, geht es zurück nach Alvie. Wir wollen im australischen Restaurant in Aviemore essen gehen. Aviemore ist ein sehr geschäftiges, kleines Örtchen. Hier gibt es verdammt viele Touristen, dafür hat der Ort aber auch einiges an Läden zu bieten. Im australischen Restaurant trinke ich nach fast 15 Jahren das erste mal wieder ein VB, ein Vistoria Bitter, das Bier was ich 1995 auf unserer Hochzeitsreise immer getrunken habe.

Bevor wir zurück zur Ferienwohnung fahren, fahren wir nochmal hoch in ein Skigebiet oberhalb Aviemore. Hier liegen ein paar Geocaches und ein schöner kleiner, sehr idyllisch gelegener See. Danach sitzen Stefan und ich alleine in unserer riesengroßen Ferienwohnung und entspannen am letzten Abend in den Highlands.

 

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

4 Comments

  • Monika und Petar

    Liebe Heike,

    Wir waren vor wenigen Wochen für eine Stippvisite in Inverness und Loch Ness. Wenn ich mir Deinen Post so durchlese, gibt’s da noch einiges mehr zu sehen, das uns gefallen würde. Vor allem Glen Affric würde uns sicher gut gefallen. Herzlichen Dank für Deine Tipps.

    Viele Grüße,
    Monika und Petar

    • Heike

      Vielen Dank ihr Lieben. Schottland ist wunderschön. Ich war viel zu lange nicht mehr dort. Muss unbedingt bald wieder einmal hin.
      Liebe Grüße, Heike

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