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Die Alabasterküste, ein Highlight der Normandie

Die Alabasterküste (französisch Côte d’Albâtre) ist für mich eine der schönsten Küsten Frankreichs. Wie kleine Perlen schmiegen sich malerische Dörfer wie Veules-les-Roses oder Étretat zwischen die spektakulären Kreidefelsen. Aber ist sie auch so bekannt wie ihre berühmten Schwestern?

Wahrscheinlich kennt fast jeder von euch die berühmten Kreidefelsen von Rügen und die Kliffküste in Südengland, die White Cliffs of Dover, haben wahrscheinlich auch einige von euch vor Augen, kommt man doch hier üblicherweise bei einem Englandurlaub mit der Fähre an. Aber dass auch Frankreich eine so großartige Küste aus Kreidefelsen hat, das war mir ehrlicherweise unbekannt.

Natürlich darf ein Besuch dieses Küstenabschnitts bei unserem Normandieurlaub im Jahr 2022 nicht fehlen. Nach einem schönen Frühstück im Hotel setzen wir uns ins Auto, stellen die Routenoptionen von google.maps auf „Autobahnen vermeiden“ und fahren los. Kreuz und quer über Land, über Wege, die bei uns Wirtschaftswege wären, geht es vorbei an unendlich weiten Getreidefeldern. Es ist Ende Juli und die Ernte ist im vollen Gange.

Dieppe

Eine gute Stunde später kommen wir nach einer gemütlichen Fahrt über die Dörfer in Dieppe an. Es begrüßt uns eine geschäftige Kleinstadt, die zumindest mich erst einmal etwas überfordert. Zu viele französische Autofahrer, die ihrem Ruf gerecht werden. Das Parkhaus, dass ich im Vorfeld ausgeguckt hatte, erweist sich als Privatparkplatz. So drehen wir ein paar Runden, aber im Hafenbereich finden wir schließlich sogar einen kostenfreien Parkplatz.

Tipp
An den meisten Touristenzielen in der Normandie haben wir festgestellt, dass es einen kostenpflichtigen Parkplatz gibt. Oft wird jedoch zusätzlich eine kostenfreie Alternative angeboten. Meist ist diese gar nicht viel weiter weg, manchmal fanden wir den zusätzliche Fußweg aber auch zu weit.

Der Geruch von frischen Meeresfrüchten liegt in der Luft, als wir aus dem Auto aussteigen. Auf der kleinen Landzunge im Hafen, wo wir parken, gibt es mehrere Großhändler, die den fangfrischen Fisch verkaufen. Am Yachthafen vorbei spazieren wir gemütlich Richtung Strandpromenade. Die kleinen und größeren Schiffe schaukeln leicht im Wind. Ich bin angekommen am Meer.

Ein Hafen mit Jachten
Der Yachthafen von Dieppe

Dieppe hat eine schöne lange und breite Standpromenade. Der Strand selbst ist zwar breit, aber es ist nicht viel los. Die groben Kieselsteine laden aber auch nicht wirklich dazu ein, sein Handtuch auszubreiten und sich in die Sonne zu legen.

Der Stand von Dieppe lädt leider nicht zum Burgen bauen ein
Der Stand von Dieppe lädt leider nicht zum Burgen bauen ein

In der Stadt trinken wir auf noch einen Kaffee und fahren dann weiter zur nächsten Station.

Ein Kaffee und ein schattiges Plätzchen sind im Sommer 20220 gerne gesehen

Veules-les-Roses

Wahrscheinlich wäre Veules-les-Roses mit seinen 550 Einwohnern ein verschlafenes kleines Dorf, würden nicht die Reiseführer schreiben, dass es eins der schönsten von Frankreich ist. Das scheinen jedenfalls so einige Menschen gelesen haben, denn schon als wir uns dem Ort nähern, nimmt der Verkehr deutlich zu. Trotzdem ist es hier nicht schwierig, einen kostenlosen Parkplatz zu finden. Wir parken einfach an der Hauptstraße unweit vom Dorfkern entfernt.

Der Ort ist bezaubernd und ich verliebe mich auf anhieb in diese Puppenstube. Reetgedeckte Fachwerkhäuser wechseln sich mit Häusern ab, die dem Märchen von Dornröschen entsprungen sein können.

Rosen über Rosen an den Häusern in Veules-les-Roses

Außerdem kann sich Veules-les-Roses damit schmücken, am kürzesten Fluss Frankreichs zu liegen. Die Veules ist ganze 1149 m lang.

… und eigentlich eher ein Bach als ein Fluss.

Die Veules, mit ihrem 1.149 m der kürzeste Fluß Franreichs

Nach einen gemütlichen Spaziergang durch das Dorf geht unser Ausflug weiter nach Saint-Valery-en-Caux.

Veules-les-Roses

Saint-Valery-en-Caux

Den Ort Saint-Valery-en-Caux selbst besuchen wir nicht. Wir fahren direkt zu einem Aussichtspunkt, den ich diesmal nicht im Reiseführer, sondern durch unser Hobby Geocaching entdeckt habe: das Monument Berniquet. Das Monument erinnert, wie leider viele in der Normandie, an die Gefallenen vom 2. Weltkrieg.

Die Kreidefelsen bei Saint-Valery-en-Caux haben mich auf den ersten Blick noch nicht begeistert

Von hier aus können wir einen ersten Blick auf die Kreidefelsen werfen. Ein wenig enttäuscht bin ich allerdings schon. Die Alabasterküste wirkt hier ganz schön schmuddelig. Wo sind denn die strahlend weißen Klippen, deren Bilder ich im Internet gesehen habe?

Fécamp

Die finden wir ein paar Kilometer weiter in der Nähe von Fécamp. Oberhalb der Stadt liegt das Cap Fagnet, der höchste Aussichtspunkt auf die Alabasterküste. Zwischen Bunkeranlagen aus dem zweiten Weltkrieg und der Kapelle Notre-Dame de Salut spaziere wir zu mehreren Aussichtspunkten.

Traumhaft schöne Kreidefelsen gibt es in Fécamp

Insbesondere der Ausblick Richtung Osten ist atemberaubend. Kilometerweit erstreckt sich vor unseren Augen eine spektakuläre Küste aus weißen Kreidefelsen. Ich bin begeistert und die Kamera klickt und klickt und klickt.

Die Kapelle Notre-Dame de Salut war übrigens die Kapelle der Seeleute von Fécamp. Sie kamen hierher, um für Sicherheit in ihrem gefährlichen Beruf zu bitten. Die Kapelle ist leider heute geschlossen.

Étretat

Die Porte d’Amont, eine Kreideklippe, die wie ein Bein bei Étretat ins Meer ragt, ist wahrscheinlich das bekannteste Motiv der Alabasterküste. Außerdem gibt es hier auch für die Strandurlauber einen wunderschönen Sandstrand. Dementsprechend voll ist es hier auch.

Das Thermometer zeigt mittlerweile über 30 °C. Die Stadt ist sehr voll und ich werde ein wenig quengelig. So gehen wir nur bis zur Strandpromenade, von der aus man einen guten Blick auf das Falaise hat. Hier genießen wir eine Zeitlang den Ausblick.

Sonnenuntergang am Strand von Étretat
Die Porte d’Amont in Étretat

Eigentlich hatte ich geplant, in Étretat zu Abend zu essen. Ich hatte sogar schon im Internet ein nettes Lokal gefunden. Aber es ist überall sehr voll und so entscheiden wir uns, lieber gemütlich zurück zum Hotel zu fahren und dort zu essen.

Später sehe ich bei Facebook, dass man auch von einem oberhalb liegenden Aussichtspunkt bei Étretat einen tollen Blick auf die Kreideklippe hat. Den haben wir leider verpasst. Dafür sitzen wir mit einem leckeren Pastis auf der Hotelterrasse und genießen den Abend.


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    Hier habe ich übernachtet

Im ersten Teil unseres Normandieurlaubs hatten wir unsere Zelte in einem relativen neuen Hotel in BoisGuillaume im Norden von Rouen aufgeschlagen. Mit dem Auto waren es 15 Minuten bis in die Innenstadt von Rouen.

Wir waren restlos zufrieden mit der Unterkunft. Das Zimmer waren geräumig und sauber, die Betten bequem. Das Frühstück war für französische Verhältnisse super. Abends konnte man in der Bar oder im Restaurant etwas essen. Und was uns immer sehr wichtig ist. Die Mitarbeiter waren super freundlich und hilfsbereit. Ich kann dieses Hotel auf jeden Fall weiterempfehlen.

Best Western Plus Le Conquerant
Rue du General de Gaulle 
76230 Bois Guillaume, France

Ich habe die komplette Reise selbst bezahlt. Der Beitrag enthält keine bezahlte Werbung.

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

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