Der Dom und die Galleria Vittorio Emanuele II
Italien,  Mein Perfekter Tag,  Städtetouren

Mein perfekter Tag in Mailand

Nicht jeder Italien Reiseführer preist Mailand als Touristenattraktion an. Zu laut und zu voll. Und außerdem, gibt es hier überhaupt Sehenswürdigkeiten? Da Mailand auf unserer Reiseroute liegt, entschließe ich mich trotzdem, hier einen Tag zu verbringen. Und ich werde nicht enttäuscht. Heftet euch einfach an meine Fersen und folgt mir an meinem perfekten Tag durch Mailand.

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Brera – das Künstlerviertel

Die Hauptsehenswürdigkeit in Mailand ist sicherlich der Mailänder Dom. Und jeder Reiseführer schreibt, das man diesen am besten vormittags besuchen soll, weil dann die Besucherströme noch nicht ganz so groß sind.

Reiterstatue Vittorio Emanuele II vor dem Mailänder Dom
Reiterstatue Vittorio Emanuele II vor dem Mailänder Dom

Trotzdem beginnen wir unseren perfekten Tag in Mailand in einem anderen Stadtteil. Und zwar in Brera, dem historischen Künstlerviertel Mailands. Unser Hotel liegt ein wenig außerhalb der Innenstadt, so daß wir mit der U-Bahn in die Stadt fahren. An der Station Montenapoleone verlassen die U-Bahn. Beim Aussteigen fällt mein Blick als erstes auf das Emporio Armani Caffè. Ja, ich befinde mich offensichtlich in einer Modemetropole. Durch kleine Straßen spazieren wir grobe Richtung Kunstakademie. Wenn ihr durch die Straßen lauft, solltet Ihr unbedingt den einen oder anderen Blick in die Innenhöfe werfen. Die sind teilweise wunderschön gestaltet. Oder einfach mal in die oberen Stockwerke schauen. Man entdeckt hier die eine oder andere stuckverzierte Decke.

In Brera findet man auch kultige Geschäfte
In Brera findet man auch kultige Geschäfte
Pflanzen und Säulengänge im Innenhof
Ein Blick in die Innenhöfe im Mailänder Stadtteil Brera zeigt manchmal wahre Kleinods.

Im Bereich der Via Fiori Chiari ändert sich das Strassenbild. Hier gibt es Fußgängerzonen mit kleinen Geschäften. An jeder Ecke findet ihr hier eine Bar, ein Café oder ein Restaurant. Wir setzen uns zum Frühstück in die Bar Brera.  Bei Cappucchino und Cornetto – den gefüllten Hörnchen – beobachten wir das geschäftige Treiben auf der Straße. Am Vormittag scheinen hier weniger die Touristen als die Einheimischen rumzulaufen. Irgendwie habe ich den Eindruck, das hier jeder jeden kennt. Hier zu sitzen gefällt mir sehr.

Frühstück, bestehend aus zwei Cappuccino und diverses Gebäck
Bei einem leckeren italienischen Frühstück das Treiben im Mailänder Stadtteil Brera genießen.

Castello Sforzesco

Von Brera aus ist es nur ein kurzer Spaziergang zum 600 Jahre alten Castello Sforzesco. Durch eine Hängebrücke betreten wir den Innenhof des Schlosses. Hier ist es bei weitem nicht so pompös wie in anderen Schlössern. Das Castello erinnert mich mehr an eine Festung. In diesem Schloss lebten und regierten die Herzöge von Mailand, die offensichtlich auf Optik weniger Wert legten als auf Verteidigung.

Durch den Turm gelangt man ins Castello Ssforzesco.
Durch den Turm gelangt man ins Castello Ssforzesco.
Ein hoher Turm durch den man in das Schloss gelangt
Der 70 m hohe Torre del Filarete
Eine Statue vor dicken, roten Ziegelwänden
Vom Castello Sforzesco in Mailand aus regierten die Grafen die Lombardei

Es gibt mehrere Museen in diesem Schloss, die unter anderem das letzte Werk Michelangelos oder ein Deckenfresko von Leonardo da Vinci zeigen. Da wir nur den einen Tag in Mailand haben, und die Schlange am Eingang des Museums leider nicht ganz kurz ist, schauen wir uns das Schloss von außen an und gehen dann weiter in Richtung Innenstadt.

Piazza Mercanti

Die Via Dante ist eine verkehrsberuhigte breite Einkaufsstraße. Sie führt uns beinah auf direktem Wege vom Castello Sforzesco zum Mailänder Dom.

Fußgängerzone
Auf der Via Dante kann man gemütlich einkaufen.

Kurz bevor wir den Dom erreichen, biegen wir auf den Piazza Mercanti ab. Ich hatte schon im Internet gelesen, das dieser Platz wunderschön sein soll. Und das ist er dann tatsächlich auch. Im Mittelalter war die Piazza Mercanti einer der Mittelpunkte der Stadt. Hier wurde seit dem 13. Jahrhundert Handel betrieben.

Alte Häuser mit Stuckverzierungen
Auf der Piazza Mercanti wurde schon im Mittelalter Handel betrieben.
Ein altes Logenhaus mit Säulengang
Ein altes Logenhaus auf der Piazza Mercanti

Rund um dem rechteckigen Platz stehen wunderschöne alte Logenhäuser mit tollen Balkonen. Eines der Häuser scheint wie auf steinernen Stelzen zu stehen. Hier tummeln sich Studenten und müde Touristen im Schatten.

Der Mailänder Dom

Nach einem überteuerten Espresso in der Nähe der Piazza del Duomo, der aber trotzdem irgendwie sein muß, gehen wir weiter zum Mailänder Dom. Fast ehrfürchtig stehe ich kurze Zeit später vor diesem großartigen Gebäude. Groß, hell und mit viel Verschnörkelung und Türmchen steht er vor mir. Leider mit ihm auch jede Menge Touristen mit ihren Selfie Sticks.

Der Mailänder Dom
Der Duomo di Santa Maria Nascente

Im Gegensatz zum Kölner Dom muss man, um in den Mailänder Dom zu kommen, eine Eintrittskarte kaufen. Vor den Ticketschaltern sind die üblichen langen Schlangen.Hier hab ich einen guten Tipp für Euch: an der Rückseite des Doms steht ein großes Gebäude. Auch hier kann man die Tickets offiziell kaufen. Als wir dort ankommen, ist dort gar keine Warteschlange. Man kann zwischen Tickets nur für die Kirche, oder Kirche und das Dach der Kathedrale wählen. Da wir im Frühjahr in Barcelona auf dem Dach der Kathedrale waren, entscheiden wir uns hier in Mailand dagegen. Wenn ihr so etwas noch nicht gemacht habt, macht das. Es lohnt sich.

Gewaltige Säulen tragen das Dach der drittgrößten Kirche der Welt.
Gewaltige Säulen tragen das Dach der drittgrößten Kirche der Welt.

Galleria Vittorio Emanuele II

Direkt neben dem Dom steht eine der ältesten und meiner Meinung nach schönsten Einkaufspassagen der Welt: die Viktor-Emanuel-Galerie. In dieser Passage steht ganz bestimmt nicht das Shoppen an erster Stelle – zumindest nicht für mich. Hier gilt für mich das Motto: „Nur gucken, nicht kaufen“. Das ist aber auch schön hier: ein fantastischer Mosaikboden, Stuck an den Wänden, tolle alte Geschäfte gemischt mit schicken Designerläden. Die Stahlkonstruktion des Daches. Tolle Bilder.

Eine Shopping Mall mit wunderbarem Mosaikboden
Stilvolles Einkaufen in der Galleria Vittorio Emanuele II aus dem 19. Jahrhundert

Wenn man die Mall an der Nordseite verlässt, kommt man auf den Piazza della Scala. Hier befindet sich nicht nur das berühmte Opernhaus, die Mailänder Skala, sondern auch eine Statue von Leonardo da Vinci.

Rauchwaren in der Galleria Vittorio Emanuele II
Rauchwaren in der Galleria Vittorio Emanuele II
Tische und Stühle, davor Blumenbänke
Das Restaurant Galleria in der Galleria Vittorio Emanuele

Wer jetzt noch Lust hat, und es noch nicht zu spät ist, der kann ein wenig über die Einkaufsstrasse Corso Vittorio Emanuele II bummeln. Aber Achtung, zur vorher besuchten Shopping Mall ist das ein echtes Kontrastprogramm. Ein leckeres Abendessen nicht in der Innenstadt, sondern in der Nähe unseres Hotels rundet meinen perfekten Tag in Mailand ab.

Während ich so bei meiner Pasta sitze überlege ich, was mein Fazit zu Mailand ist: „Hier gibt es nur schöne und perfekt gestylte Menschen“. Mehr als einmal denke ich: wenn ich im Einwohnermeldeamt von Mailand stehen würde, die würden mich gar nicht reinlassen. Ehrlich, ich arbeite in Düsseldorf. Ich bin schon einiges gewohnt. Aber die Menschen in Mailand toppen das um Längen. Aber neben den Menschen ist das eine echt schöne Stadt. Lasst euch bei einem Besuch einfach durch die Strassen treiben. Insbesondere in Brera, das ich ausgesprochen bezaubernd fand.


Mehr zum Thema

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Der Mailänder Dom

  • Die Website des Mailänder Doms.
  • 8 Tipps für eine Reise nach Mailand findet ihr bei Ina auf ihrem Blog Genussbummler.
  • Eine ausführliche Beschreibung findet Ihr auf Wikipedia.
  • Für Eintrittskarten gibt es hinter dem Dom noch eine offizielle Verkaufsstelle, die in der Regel deutlich kürzere Warteschlangen hat.

    Öffnungszeiten
Der Dom ist täglich von 8- 19 Uhr geöffnet.

    Eintrittspreise
(Stand März 2017)
Der Eintritt zur Kathedrale kostet 3 €.
Wenn Ihr auf die Terasse möchtet, kostet das zusätzlich 9 € zu Fuß oder 13 € mit dem Lift.

Castello Sforzesco

    Öffnungszeiten
Das Schloss ist täglich von 9 – 19 Uhr geöffnet.
Das Museum ist montags geschlossen. Von Dienstag bis Sonntag ist es von 9 – 17:30 geöffnet.

    Eintrittspreise
(Stand Oktober 2016)
Der Innenhof des Schlosses kann kostenlos besichtigt werden.
Das Museum kostet 5 € Eintritt.

    Hier habe ich übernachtet 
Wir haben 2 Nächte im Star Hotels Business Palace übernachtet. Mir hat es hier sehr gut gefallen:

  • Das Zimmer war geräumig und sauber.
  • Die Betten waren suoer bequem.
  • Das Personal war sehr freundlich und hilfsbereit.
  • Die Lage war praktisch. Direkt an der U-Bahn-Station Porto di Mare, die einen ohne Umsteigen ins Stadtzentrum bringt

Das einzig nicht so schöne war der Frühstücksraum. Er ist unten im Keller, ziemlich groß und erinnert mehr an eine extrem unpersönliche Kantine.

    Hier habe ich gegessen

  • Gefrühstückt haben wir in der Bar Brera. Leckerer Kaffee, leckeres Gebäck, schöne Atmosphäre.
  • Am ersten Abend haben wir im Zentrum gegessen. Im Restaurant Charleston. Das Essen war nicht so lecker. Ich hatte ein Schnitzel á la Milanese, das durchaus auch als Schuhsole Verwendung gefunden hätte. Und das Personal war bemüht.
  • Den zweiten Abend haben wir in der Nähe des Hotels im Restaurant La Plancia gegessen. Das Essen war sehr lecker und der Service total freundlich.

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

11 Comments

  • Altmühltaltipps

    Liebe Heike,
    ein echt toller Beitrag! :) Mir gefallen vor allem die Fotos total gut, da kann man sehen dass auch Orte die vielleicht für andere nicht so sehenswert erscheinen durchaus schön sind. Geschmäcker sind eben verschieden, auch was Reisen betrifft :)
    Liebe Grüße, Kerstin von Altmühltaltipps

    • Heike

      Ganz lieben Dank, Kerstin. Freut mich.
      Auf den Fotos hat sich Mailand aber auch von seiner besten Seite gezeigt und es mir nicht schwer gemacht.

      Liebe Grüße, Heike

  • Sabine

    Vielen Dank, liebe Heike, für diese tollen Einblicke! Ich bin an Mailand bisher immer nur vorbei gefahren und habe gedacht, man müsste eigentlich mal … schöne Fotos – als sei man echt in der Kathedrale drin – und sehr brauchbare Informationen – das Hotel würde ich direkt buchen. LG Sabine

    • Heike

      Vielen Dank, liebe Sabine. Ja, die Kathedrale lohnt sich auf jeden Fall. Sie ist wunderschön von Innen wie von Außen.
      Liebe Grüße, Heike

  • Gabi

    Hallo Heike!
    Tolle Fotos hast du da gemacht! Ich finde Mailand wunderschön und es klingt wirklich so, als hättest du einen perfekten Tag gehabt. Tolle Tipps für jeden, der möglichst viel aus einem kurzen Aufenthalt in Mailand herausholen möchte.
    Liebe Grüße, Gabi

  • Laura

    Das sind tolle Bilder! Nach Mailand muss ich auch auf jeden Fall mal wieder. Jetzt geht es aber bald erstmal wieder in unsere Mallorca Immobilie. Vielleicht dann im nächsten Jahr! :) Vielen Dank für die tollen Tipps!

  • Herbertelato

    Hallo,

    interessante und informative Beiträge hier, super. Habe längere Zeit als stiller Gast nur mitgelesen und mich jetzt mal angemeldet.
    Ich würde mich freuen, wenn ihr bei Gelegenheit auch einmal auf meinem Blog zum Thema Textilreinigung vorbeischauen würdet.

    Alles Liebe

    Herbert

  • Vanessa

    Hallo Heike! Danke für Deinen Reise-Blog, war sehr nützlich für mich bei unserem Besuch in Mailand letzte Woche. Wir hatten dort einen tollen Tag. Heute erkunden wir Venedig: natürlich mit Deinen Tipps im Gepäck.

    • Heike

      Vielen Dank, Vanessa. Ich freue mich sehr, das ich euch mit meinem Betrag helfen konnte. Und jetzt ganz viel Spaß in Venedig. Ich habe mich bei meinem Besuch schwer verliebt in diese wunderschäne Stadt.

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