Ein alter, roter Backsteinbau zwischen modernen Wolkenkratzern
Mein Perfekter Tag,  USA und Kanada

Mein perfekter Tag in Boston

Die Bostoner Innenstadt ist nicht nur eine schöne Stadt zum Bummeln, man trifft hier auch an jeder Ecke auf Zeitzeugen der amerikanischen Geschichte. In diesem Gebiet siedelten sich – neben Jamestown in Virginia – die ersten Europäer an. Die Proteste der Boston Tea Party lösten 1773 den Unabhängigkeitskrieg aus, der letztlich zur Unabhängigkeit von Großbritannien führte.

Für meinen perfekten Tag in Boston habe ich mir unter anderem einige Stationen des Freedom Trails ausgesucht. Der Freedom Trail an sich ist ein Muss für den Boston Touristen: eine festgelegte Route führt Euch durch die historischen Viertel der Stadt, entlang vieler alter Gebäude mit jeder Menge Geschichte.

Boston – Der Vormittag

Zu meinem perfekten Tag in Boston setze ich mich in die grüne Linie der U-Bahn, in Boston „T“ genannt und steige an der Park Street Station aus. Vor mir breitet sich der große öffentliche Park Boston Common aus, aber dazu komme ich später. Zu erst steht Frühstücken auf dem Programm. Da ich weiß, dass ich später von den vielen Angeboten im Quincy Market naschen werde, reicht mir eine Kleinigkeit und ein leckerer Kaffee. Ich wähle das Capital One 360 Café, wo es wirklich sehr guten Kaffee gibt.

Jetzt bin ich bereit für die Erkundung der Stadt und steuere den Boston Common an. Dort befindet sich das Boston Common Visitor Center, wo man sich mit Stadtplänen, Tipps und Informationen versorgen kann. Hier kann man auch geführte Touren buchen, sicherlich auch eine spannende Sache.

Ein Park, Rasenfläche, ein befstigter Weg, in der MItte eine Linie aus roten Ziegelsteinen
Der Boston Common ist ein öffentlicher Park mitten im Zentrum der Stadt

Ich aber möchte die Stadt auf eigene Faust erkunden. Einmal quer durch den Park und ich stehe vor dem Massachusetts State House, dem Regierungssitz von Massachusetts. Nachdem der Reisebus mit quirligen Asiaten abgefahren ist, habe ich auch tatsächlich Ruhe, mir dieses tolle Gebäude anzuschauen und ein paar Fotos zu knipsen. Die Kuppel ist übrigens mit Blattgold vergoldet.

Ein großes Gebäude mit Säulen und einer mit Blattgold verzierten Kuppel
Das Boston State House

An der Park Street Church aus dem Jahre 1809 gehe ich jetzt zum Granary Burying Ground. Auf diesem extrem alten Friedhof, der leider von Touristen ziemlich hoch frequentiert ist, liegen einige Popstars der Unabhängigkeitskämpfe, unter anderem Samuel Adams und Paul Revere, auf deren Spuren ich während meiner Reise durch Neuengland immer wieder treffe.

Ein alter Friedhof
Der Boston Granary Burying Ground
Das Grab von Samuel Adams
Das Grab von Samuel Adams – nein, nicht der vom Bier. Er hier hat die Unabhängigkeitserklärung mit unterschrieben.

Auf meinem Weg zum Old South Meeting House komme ich an einem tollen Hotel vorbei, zu dem mein Reiseführer schreibt, dass man sich unbedingt die Lobby vom Omni Parker House anschauen muss. Es sind mittlerweile beinah 30 Grad und so folge ich diesem Rat nur allzu gerne. Nicht nur das ich mich hier herrlich abkühlen kann, die Lobby ist einfach grandios.  Ich setzte mich für ein paar Minuten in einen der gemütlichen Sessel, schaue und bewundere die goldenen Fahrstuhltüren, die gediegene Holzvertäfelung, die Kronleuchter, ach einfach die gesamte Atmosphäre dieses über 150 Jahre alten Hotels.

Goldene Fahrstühle im Omni Parker Hotel
Goldene Fahrstühle im Omni Parker Hotel

Im Old South Meeting House traf man sich, um öffentlich zu diskutieren. Die Menschen zu dieser Zeit hatten keinen Spaß an den hohen Steuern, die Ihnen von der Englischen Krone auferlegt wurden. Die Debatten gipfelten schließlich im Dezember 1773 mit der Boston Tea Party.

Eines der ältesten Gebäude Bostons ist das Old State House, das ehemalige Rathaus der Stadt. Ziemlich ehrfürchtig stehe ich vor diesem Gebäude. Vom Balkon aus wurde 1776 die Unabhängigkeitserklärung verlesen. Besonders faszinierend finde ich hier auch den Kontrast zwischen alt und neu. Das alte Gebäude steht mitten zwischen den modernen Wolkenkratzern des Finanzviertels. Der Keller des Old State House wurde übrigens total unromantisch irgendwann zu einer U-Bahn Station umgebaut.

Ein roter Backsteinbau
Das Old State House

Passend zur Mittagszeit komme ich an der Faneuil Hall an. Hier wurde früher der Markt abgehalten. Angrenzend an die Faneuil Hall liegt der Quincy Markt. Und wenn Ihr diesen betretet, dann solltet Ihr unbedingt Hunger mitbringen. Denn in diesem Gebäude reihen sich auf zwei Etagen die Schnellrestaurants. Ich bin tatsächlich am ersten Stand schon hängen geblieben und habe einen echt leckeren Bagel von Bagelville gegessen.

Ein breiter Gang, rechts und links davon bunte Imbisstände
Im Inneren des Quincy Market
Ein breiter Gang, rechts und links davon bunte Imbisstände
Im Quincy Market zur Mittagszeit
Ein großer Platz, im HIntergrund ein großes, schönes Gebäude
Faneuil Hall, hier wurde früher Markt abgehalten
Eine große Kuppel, darunter Sitzgelegenheiten zum essen
Sitzbereich im Quincy Market

Boston – Der Mittag

Nachdem ich mich im Quincy Markt so richtig kugelrund gegessen habe, muss ich mir unbedingt die Beine vertreten. Deshalb gehe ich zur U-Bahn Station State Street, setzte mich dort in die orange Linie und fahre 2 Stationen. An der Station Community College steige ich wieder aus. Von hier aus kann man ganz gut zum Bunker Hill Monument laufen.

Eine gerade spitz zulaufende Säule aus Beton
Bunker Hill Monument
Eine gerade spitz zulaufende Säule aus Beton, davor eine Statue
Die Statue eines Offiziers vor dem Bunker Hill Monument

Leider muss man hier in den sauren Apfel beißen und ein Stück durch die nicht ganz so schöne Stadt laufen, aber anders kommt man zu diesem Monument nicht hin. Der Weg lohnt sich aber, denn von hier aus hat man eine tolle Aussicht auf Boston. Zurück geht es dann vorbei am USS Constitution Museum zum Charleston Navy Ferry. Die USS Constitution ist das älteste, noch aktive Kriegsschiff der USA. Von hier aus setze ich mit der Charleston Ferry (der Preis für die Fähre ist im Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel enthalten) über zum Hafen Long Wharf Boston. Die Fahrt lohnt sich total, denn man hat vom Wasser aus einen grandiosen Blick auf die Skyline.

Skyline von Boston von der Fähre aus gesehen
Skyline von Boston von der Fähre aus gesehen

Boston – Der Abend

Für den Abend habe ich schon Monate im Voraus Tickets für ein Baseballspiel im berühmten Fenway Park gekauft. Eigentlich bin ich ja ein Football Fan, aber die NFL spielt im August noch nicht. Aber so ein Baseballspiel in einem alt ehrwürdigen Stadion ist schon ein Erlebnis. Ich hab mir vorher in den Foren herausgesucht, wo gute Plätze sind. Beim Ticketkauf werden die Plätze automatisch vergeben. Ich habe dann so lange auf „Refresh“ gedrückt, bis ich gute Plätze gefunden habe. Außerdem müsst ihr unbedingt schon einen Hotdog vor dem Eingang zum Stadion essen. Im Stadion kosten diese ein halbes Vermögen und sind nicht halb so lecker wie die vor dem Stadion.

Ein Baseballspiel
Die Cleveland Indians gegen die Boston Red Sox im Fenway Park
Im Inneren des Stadions: Imbisstände
Im Inneren des Fenway Park kann manHot Dogs kaufen

Mehr zum Thema


      Nützliche Tipps

  • Die U-Bahn von Boston ist nicht die modernste. Die U-Bahnhöfe sind eigentlich eher unansehnlich. Trotzdem bringt sie einen bequem und einfach von einer Ecke zur anderen. Mit einem Tagesausweis für 12$ (Stand September 2015) könnt ihr eigentlich nichts falsch machen.
  • Hier könnt Ihr Tickets für die Spiele der Boston Red Sox kaufen. Dies solltet Ihr unbedingt rechtzeitig machen, denn die Tickets sind sehr begehrt und schnell ausverkauft
  • Diese beiden Reiseführer habe ich begleitend gelesen und kann sie nur empfehlen

      Das könnte Euch auch interessieren

  • Im Boston Common Visitor Center könnt ihr euch Touristeninformationen holen
  • Die gediegene Atmosphäre des Omni Parker House solltet Ihr euch nicht entgehen lassen. Ein Besuch der Lobby dieses Hotels ist Pflicht.
  • Im Old South Meeting House trafen sich die unzufriedenen Kolonisten um sich untereinander auszutauschen, was schließlich zur Boston Tea Party führte.
  • Unbedingt besuchen solltet Ihr das Old State House. Hier trifft die Bostoner Geschichte auf die Moderne.

      Hier habe ich gegessen

      Hier habe ich übernachtet

  • Wir haben außerhalb des Stadtzentrums in Longwood gewohnt. Das Longwood Inn ist 5 Minuten Fußweg von der U-Bahnstation und deutlich preiswerter als die Hotels im Zentrum.

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

3 Comments

  • Sanja Piplica

    Wir sind nächstes Jahr zu einer Hochzeit nach Boston eingeladen. Ihre Tipps und Fotos könnten uns, glaube ich, gut helfen ;-) wir sind mit Kind unterwegs, das wird dann nochmals vlt. auch eine Herausforderung, aber ich hoffe, eine schöne!

    • Heike

      Vielen Dank. Das freut mich. Ich wünsche Ihnen jetzt schon ganz viel Spaß. Boston ist eine tolle Stadt.
      Zu Urlaub mit Kind in Boston kann ich Ihnen leider keine Tipps geben.
      Viele Grüße, Heike Bohm

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.