Oxford
England,  Städtetouren

Oxford – ich wäre so gerne noch einmal Student

Wenn ich an Oxford denke, dann denke ich an Oscar Wilde, J.R.R. Tolkien oder Stephen Hawking, alles Absolventen der Eliteuniversität Oxford. Aber auch Mr. Bean, Rowan Atkinson, hat hier seinen Master of Science gemacht. Was ich bis zu meinem Besuch in Oxford nicht wusste, es gibt nicht die Universität Oxford, wie beispielsweise bei uns die Universität Münster oder Aachen, die Universität zu Oxford besteht aus 38 einzelnen Colleges.

Wenn man die Stadt als Tourist besuchen möchte, tut man gut daran, sein Auto für 4 £  außerhalb auf einem der fünf großen Park&Ride Parkplätze zu parken und ganz bequem mit den ständig verkehrenden Pendelbussen in die Stadt zu fahren.

Dem Tipp unseres Vermieters folgend, verlasse ich den Pendelbus an der Magdalen St. und befinde mich sofort mitten im Geschehen. Ich lasse mich mitreißen von der Atmosphäre der Stadt und wünsche mir, noch einmal Student zu sein und dann in einer so alten, ehrwürdigen Stadt studieren zu dürfen.

Broad Street
Broad Street

 

St. Mary
Die Universitätskirche St. Mary’s aus dem frühen 13. Jahrhundert

Ich spaziere die Straßen entlang und bewundere die Fassaden und Innenhöfe der einzelnen Colleges. Obwohl eigentlich vorlesungsfeie Zeit ist,  kann man leider die wenigsten von ihnen besichtigen. In einem Souvenirladen kaufe ich eine kleine Broschüre, die die einzelnen Colleges beschreibt. Ich finde die Geschichte der Colleges super interessant. Und die Liste der Absolventen liest sich wie das Who’s Who aus Politik und Wirtschaft.

Brasenose College
Brasenose College ist eines der ältesten Colleges in Oxford

 

Christchurch College
Im Christchurch College studieren zumeist Aristokraten. Außerdem sind unter den Absolventen 13 Premierminister.

 

Corpus Christi College
Im Corpus Christi College kann man u.a. Theologie studieren

 

Hertford College
Die Seufzerbrücke am Hertford College verbindet Schlafgebäude und College

 

Examination Schools
Die Examination Schools organisiert und verwaltet die Examina der Studenten

In der Bodleian Library befindet sich ein Exemplar von jedem, im Vereinigten Königreich gedruckten, Buch. Das macht 9 Millionen Bücher in 176 km Regalen.

Die Bodleian Library
Die Bodleian Library aus dem Jahre 1602

Ich hatte ja schon davon gelesen, dass es in Oxford eine riesige Buchhandlung gibt. Als absolute Leseratte muß ich mir diese natürlich anschauen. Als ich vor dem Buchladen stehe denke ich erst einmal: „Okay, und die ist groß?“. Naja, geben wir ihr mal eine Chance und gehen rein. Und was soll ich sagen. So etwas habe ich nicht erwartet. Blackwell’s ist wirklich riesig. Kennt Ihr das Zelt aus Harry Potter 4, von außen ein stinknormales kleines Zelt, im Inneren ein komplettes Haus mit allem drum und dran. Daran muss ich denken, als ich die Buchhandlung betrete. Ich gehe ein paar (!) Treppen hinunter und stehe im Norrington Room, mehr als 160.000 Bücher in fast 5 Kilometer Regalreihen.

Blackwell's von außen
Von außen eine ganz normale Buchhandlung: Blackwell’s in Oxford
Blackwell's Norrington Room
Der Norrington Room: 160.000 Bücher in fast 5 km Regalreihen

 

Im historischen Covered Market aus dem Jahre 1774 kann man unter anderem die berühmten Oxford Sausages kaufen. Sie bestehen im Gegensatz zu normalen Würstchen aus einer Mischung aus Rinder- und Schweinefleisch und sind mit ganz speziellen Kräutern gewürzt. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich finde die englischen Sausages ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Oxford Covered Market
Oxford Covered Market

In der Nachmittagszeit solltet ihr unbedingt im Vaults Cafe & Garden einen Cream Tea, das sind Scones mit Clotted Cream und Himbeerkonfitüre,  genießen. Das Café – Vault bedeutet Gewölbe – befindet sich im Oxford Universitie’s Old Congregation House aus 1320. Man kann entweder drinnen im Gewölbekeller oder draußen auf dem alten Friedhof zwischen uralten Gräbern sitzen. Und nein, das ist nicht morbide.

Vaults Café and Garden
Vaults Café and Garden

Das Café ist direkt gegenüber der Radcliffe Camera, einem runden Gebäude aus dem 18. Jahrhhundert. Das Wort Camera ist übrigens Latein für Kammer und hat nichts mit Kameras zu tun. Da hab ich doch in Oxford sogar noch etwas gelernt. Sie beherbergt die Radcliffe Science Library und enthält eine Ausgabe jedes in Großbritannien gedruckten Wissenschaftsbuches.

Radcliffe Camera
Die Radcliffe Camera ist Teil der Bodleian Bibliothek

Nachdem ich stundenlang durch die Strassen geschlendert bin, ist der Tag leider schon um. Es gibt sicherlich noch einiges mehr in Oxford zu sehen, und shoppen kann man hier auch. Aber ich habe mir hauptsächlich die Colleges und die dazu gehörenden Gebäude angeschaut, weswegen ich zum Beispiel nicht mehr dazu gekommen bin, mir das Schloss anzuschauen. Aber ich werde bestimmt nicht das letzte Mal in dieser schönen Stadt gewesen sein.


Mehr zum Thema

    Parken

  • Du parkst Dein Auto am besten außerhalb der Stadt auf einem der ausgewiesenen Park & Ride Parkplätzen. Für 2 Pfund pro Strecke kannst Du von hier aus bequem mit Pendelbussen in die Innenstadt fahren.
  • Hier gibt es eine Liste der Park & Ride Parkplätze

 

 

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

2 Comments

  • Olli

    Hallo Heike,
    wow. Dein Artikel hat meinen Wunsch Oxford zu bereisen nochmal geweckt. Schade das wir dieses Jahr keinen Platz mehr im Kalender für eine Reise dorthin haben – aber nächstes Jahr bestimmt! :)

    Viele Grüße aus Köln
    Oliver

    • Heike

      Vielen Dank, Oliver. Ja die Ecke ist wirklich wunderschön. Aber ich liebe eigentlich alles in England – zumindest das, was ich bisher gesehen habe – und bin sehr voreingenommen.
      Liebe Grüße, Heike

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