Blick über den Tiber
Italien,  Mein Perfekter Tag,  Städtetouren

Mein perfekter Tag in Rom

Was mache ich an einem Tag in Rom? Was soll ich mir anschauen? Rom ist eine phantastische Stadt. Voll von Geschichte. Wundervolle Brunnen und Plätze, an denen man sich hinsetzen und einen Espresso trinken kann. Denn obwohl der kleine Schwarze im Stehen an der Theke preiswerter ist, sollte man sich den Genuss im Sitzen nicht entgehen lassen. Es gibt unzählige Kirchen: ziemlich alte und auch etwas jüngere. Und wenn man einen Blick hinein riskiert, trifft man sehr oft auf Gemälde der berühmtesten Maler des Abendlandes.

Rom ist eigentlich eine Stadt, in der man mehrere Tage verbringen muß. Es braucht einfach Zeit, all die wunderbaren Kirchen, Museen und historischen Plätze zu besuchen. An meinem perfekten Tag in Rom nehme ich euch mit zu den Highlights der Stadt.

Weil wir in einem Hotel außerhalb der Stadt übernachten, beginnen wir unseren Tag im Hauptbahnhof von Rom, dem Stazione Termini. Hier herrscht das übliche Gewimmel eines Hauptbahnhofs. Trotzdem finden wir uns schnell zurecht. Wir sind früh in der Stadt, denn der Reiseführer schreibt, man soll früh am Vatikan sein, um dem schlimmsten Trubel zu entgehen. Also steigen wir voll motiviert in die U-Bahnlinie A in Richtung Battistini. Die Bahn ist reichlich voll, und ehrlich gesagt muss ich ganz schön die Zähne zusammenbeißen, um nicht direkt wieder auszusteigen.

Vatikanstadt

An der Station Ottaviano verlassen wir die U-Bahn. Okay, von leeren Straßen kann hier nicht die Rede sein. Schon jetzt rollen die Menschenmassen Richtung Vatikan. Und dazwischen alle 2 Meter die Straßenverkäufer, die einem „An der Warteschlange vorbei“ – Tickets verkaufen wollen. Da wir nicht die Absicht haben, in den Petersdom oder die Vatikanischen Museen zu gehen, fallen wir auch nicht darauf rein. Ihr solltet euch wirklich gut überlegen, ob ihr diese Tickets kauft. Am Kolosseum haben wir gesehen, das letztendlich die Schlange vor dem Kassenhäuschen mit den normalen Tageskarten kürzer war als die Schlange vor dem Eingang ohne Wartezeiten.

Bestuhlung auf dem Petersplatz und Petersdom
Vor dem Petersdom stand noch die Bestuhlung zur Seeligsprechnung von Mutter Theresa

Wir gehen zum Petersplatz. Hier ist es um einiges leerer als auf der Strasse. Ich stehe mitten auf dem Platz. Vor mir ragt die wahrscheinlich berühmteste Kirche der Welt auf. Vor vielen Jahren stand ich schon einmal am Neujahrstag hier um der Ansprache von Johannes Paul II. zu lauschen. An diesem Spätsommermorgen bleiben die Fenster geschlossen.

Castel Sant’Angelo

Entlang der Via Conciliatione spazieren wir jetzt Richtung Tiber. Direkt am Fluß liegt das Castel Sant’Angelo, die Engelsburg. Einen besonders schönen Blick hat man von der Ponte Sant’Angelo aus.

Brücke, Fluss, rundes Gebäude
Ein besonders schönen Blick hat man von der anderen Seite des Tibers

Hier gefällt es mir überhaupt ziemlich gut. Nachdem ich ein paar schöne Fotos am Ufer des Tibers geschossen habe, stürzen wir uns ins Gewirr der kleinen Straßen im Zentrum von Rom. Das Gute an Rom ist, das sehr viele Touristenattraktionen so nahe beieinander liegen, das man sie mit einem schönen Spaziergang verbinden kann.

Irgendwo in Rom
Beim Bummel durch die Stadt entdeckt

Piazza Navona

Und so bummeln wir entlang der Via dei Coronari und anderer Gassen bis zur Piazza Navona. Auf dem Weg liegen ganz viele schöne Cafés und Restaurants. Hier solltet ihr auf jeden Fall eher einkehren als an der Piazza, wo die Gastronomie echt teuer ist.

Brunnen auf der Piazza Navona
Brunnen auf der Piazza Navona
Piazza Navona in Rom
Von diesen Brunnen stehen auf der Piazza Navona mehrere

Die Piazza Navona ist ein großer Platz mit mehreren Springbrunnen. Und während ich hier stehe und den Platz auf mich wirken lasse, steht plötzlich ein Mann neben mir und versucht mir auf italienisch etwas zu erklären. Natürlich hab ich erst einmal Angst, das das irgendwelche Trickdiebe sind. Aber tatsächlich versucht er mich nur auf das Gebäude gegenüber aufmerksam zu machen. Hier hat sich die brasilianische Botschaft eingemietet. Durch die großen Fenster im Obergeschoss kann man einen Blick auf die grandiosen Deckengemälde erhaschen.

Das Pantheon

Unser nächstes Ziel ist eines der besterhaltenen antiken Gebäude in Rom: das Pantheon. Vorher machen wir aber noch einen Abstecher zur Kirche Sant’Agostino. Ich hab im Reiseführer gelesen, das hier ein paar schöne Bilder an der Wand hängen: unter anderem ein Meisterwerk von Caravaggio und ein Fresko von Raffael.

Säulen tragen eine dreieckige Konstruktion
Das Pantheon von Außen

Das Pantheon ist der Hammer. Ehrfürchtig und  beeindruckt stehe ich in der Mitte. Diese Kuppel haben sich tatsächlich Menschen vor beinah 2000 Jahren ausgedacht. Die hatten noch keine Computer um die Statik auszurechnen. Und übrigens, wenn es regnet, dann regnet es tatsächlich durch das große Loch in die Kirche herein. Wir haben es mit eigenen Augen gesehen.

In einer runden Kirche
Im Inneren des Panteons

Vom Pantheon aus kann man bequem weiter bis zur Fontana di Trevi, dem berühmten Trevibrunnen, bummeln. Als Rombesucher solltet ihr diesen auf jeden Fall besuchen. Da ich den Brunnen kenne, und  bei den Menschenmassen abschätzen kann, wie voll es dort sein wird, überspringe ich diese Touristenattraktion heute.

An der Spanischen Treppe habe ich 1997 Silvester verbracht. Mit einer Flasche Sekt standen wir oben und schauten uns das Feuerwerk an. Das war eine tolle Stimmung damals. Silvester in Rom kann ich euch überhaupt nur empfehlen. Da war es lange nicht so voll wie heute, an diesem Tag im September.

Campo dei Fiori

Stefan und ich gehen an diesem Tag weiter vom Pantheon Richtung Campo di Fiori, dem tollen Blumenmarkt. Hier haben wir leider kein Glück. Die meisten Marktstände waren schon abgebaut. Was ich leider bei der Planung nicht beachtet hab: der Markt schließt um 13:30 Uhr. Ein wenig enttäuscht suchen wir uns einen Bus, der uns zur Piazza Venezia bringt.

Marktstand mit Blumen
Auf dem Campo dei Fiori kann man bis 14 Uhr nicht nur Blumen kaufen

Das antike Rom

Von der Piazza Venezia starten wir den Mittag im „alten Rom“. Dieser Platz ist ein guter Ausgangspunkt, um das antike Rom zu erkunden. Beim Aussteigen aus dem Bus fällt mein Blick jedoch erst einmal auf das riesige Denkmal für Vittorio Emanuele II. Das wird von den Römern aus augenscheinlichen Gründen gerne „Schreibmaschine“ genannt . Es ist zwar nett, aber nicht wirklich alt. Wenn man die Treppen hochsteigt, hat man dafür einen einen schönen Blick über die Stadt.

Auf der Piazza Venezia in Rom
Auf der Piazza Venezia in Rom. Rechts sieht man die Trajanssäule

Die Trajanssäule wurde im Jahr 113 nach einem siegreichen Feldzug errichtet und zeigt teilweise lebensgroße Szenen der Schlachten.

Hinter dem Denkmal erhebt sich der Kapitolshügel und direkt anschließend das Foro Romano.

Auf den Kapitolshügel führen zwei Wege: eine ziemlich steile Treppe und ein etwas bequemerer Anstieg. Die steile Treppe führt einen zur Basilica di Santa Maria in Aracoeli. Nimmt man den bequemeren Weg, dann betritt man den Piazza del Campidoglio. Ich würde gerne sagen, das wir mit Absicht den steilen Anstieg wählen. Tatsächlich aber habe ich mich im Reiseführer verlesen. Auf jeden Fall stehen wir so vor dieser tollen Kirche, bei der sich ein Blick ins Innere wirklich lohnt.

Innenraum einer Kirche mit goldverzierten, kastenförmigen Decken
Im Inneren der Kirche Santa Maria in Aracoeli

Über den Seitenausgang gehen wir zum Kapitolsplatz, dem Piazza del Campidoglio. Auf dem Capitolino wurden in der Römerzeit die Geschicke der Stadt geleitet. Hier gibt es den Senatorenpalast und den Konservatorenpalast, wo alles Weltliche geregelt wurde. Der Platz zwischen den Palästen wurde übrigens im 15. Jahrhundert von keinem Geringeren als Michelangelo entworfen. Ein kleiner Geheimtipp: von der Via del Campidoglio aus hat man einen tollen Blick auf das Forum Romanum und hier gibt es eine kleine Bar, wo man ganz hervorragenden Espresso für sehr wenig Geld trinken kann.

Weitläufiger Platz
Der Kapitolsplatz, italienisch Piazza del Campidogli, wurde von Michelangelo entworfen

Die Kapitolinischen Wölfin

An der Kapitolinischen Wölfin vorbei steige wir den Hügel wieder herunter.

Die Kapitolinische Wölfi
Die Kapitolinische Wölfi

Das Forum Romanum

Immer wieder werfe ich von oben Blicke auf das Forum Romanum. Und wie immer, wenn ich durch alte Gassen gehe, stelle ich mir vor, wie hier die Römer vor fast 3000 Jahren durch die Gassen gelaufen sind. Genau hier, im Herzen des antiken Roms finde ich es unheimlich schön.

Ruinen
Auf gaballte Antike trifft man im Forum Romanum

Das Kolosseum

Entlang der Via dei Fori Imperiali, die zugegebenermaßen nicht alt ist, sondern von Mussolini gebaut wurde, spazieren wir weiter bis zum Colosseo. Die Nachmittagssonne brennt mir auf den Kopf. Denkt bloß an ausreichend Wasser und eine Kopfbedeckung, wenn ihr im Sommer nach Rom fahren sollten. Vor dem Colosseo treffen wir auf ähnlichen Trubel wie vor dem Petersplatz. Auch hier versuchen uns wieder diverse Straßenhändler „Skip the line“-Tickets zu verkaufen. Wie ich schon eingangs erwähnte, ist es unnötig, hier irgendetwas zu riskieren. Die Schlange am Tagesschalter war nämlich tatsächlich kürzer.

Sehr gut erhaltene Ruinen
Das Kolosseum ist wirklich sehr gut erhalten (klick mich, ich bin ein Panoramafoto!)

Im Colosseo selbst ist es dann wider erwarten gar nicht so voll, was wohl daran liegt, das die Sicherheitskontrollen hier denen am Flughafen ähneln. Die Menschen gelangen nur tröpfchenweise ins Innere.

Außenseite des Kolosseum
Die Löcher in der Außenwand zeugen von den Eisenklammern, mit denen die Elemente gehalten wurden
Gut erhaltene Ruinen aus Stein
Im Inneren des Kolosseum

Nach dem Besuch dieses beinah 2000 Jahre alten Stadions ist es später Nachmittag. Wir haben tatsächlich kurzzeitig die Idee, und auf einen Espresso in eines der angrenzenden Cafés zu setzen. Aber die Preise – und vor allem die enorme Unfreundlichkeit der Kellner macht uns schnell wieder bewußt, wieviel schöner es ist, ein paar Meter von den Touristenattraktionen wegzugehen.

Einer schöner Tag neigt sich dem Ende zu. Mit vielen wunderschönen und beeindruckenden Bildern im Kopf setzen wir uns am Hauptbahnhof wieder in die Bahn, um in knapp 30 Minuten im ruhigen und beschaulichen Frascati zu sitzen.

Übersichtskarte


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      Hier habe ich gegessen

Richtig gegessen haben wir abends, wenn wir zurück in Frascati waren. In Rom selbst haben wir nur Kleinigkeiten gegessen.

  • In der Nähe vom Kolosseum (hier haben wir nicht gegessen!!!)
    La Biga Wine Food. Die Kellner waren sehr unfreundlich und die Preise dafür zu hoch, und die Aussicht dann nicht gut genug, um sich so etwas gefallen zu lassen
  • Dafür haben wird dann hier einen kleinen, leckeren Snack gegessen:
    La Fata Turchina, Via Cavour 284
  • Auf den Weg von der Engelsburg zur Piazza Navona
    Im Etablì,Vicolo delle Vacche, 9 haben wir leckeren Café und Kuchen in gemütlicher Atmosphäre genossen
  • In Frascati haben wir jeden Abend auf der gemütlichen Piazza Del Mercato gesessen und etwas getrunken.
  • Später zum Abendessen sind wir dann in eine ganz gemütliche Trattoria gegangen. Leckeres Essen und Familienanschluss. Die Tochter bedient und die Großmutter lief die ganze Zeit mit Baby auf dem Arm durch das Restaurant und hat mit den Leuten gequatscht. Herrlich.
    Il Tetticcio, Via Gioberti 27, Frascati

      Diesen Reiseführer habe ich gelesen

      Hier habe ich übernachtet

Wir haben nicht in Rom übernachtet, sondern in einem netten Hotel in Frascati. Dieser Ort liegt mit der Bahn 30 Minuten vom Hauptbahnhof Rom entfernt. Und das Hotel wiederum war 5 Minuten vom Bahnhof Frascati entfernt. Wir haben es sehr genossen, am Abend dem Trubel der Großstadt zu entfliehen und unseren Aperol im gemütlichen Frascati zu genießen. Wir haben im Hotel Cacciani übernachtet. Die Lage war perfekt, das Zimmer groß, sauber und hatte eine wunderbar große Dachterasse. Das Frühstück war allerdings eher unterirdisch.

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

5 Comments

  • vielweib

    Rom – da habe ich mir mit einer Freundin mal die Füße blutig gelaufen. Im Ernst! Unbedingt weil wir im Augusts eine Städtetour nach Rom machen wollten. Keine gute Idee sich durch die Hitze zu schieben und innerhalb von 3 tagen ganz Rom entdecken zu wollen. Aber da war ich noch jung ;-)
    Danke für Deine Eindrücke, was mir mal wieder zeigt, ich sollte ein paar Tage Städtetour und Seele baumeln auch mal wieder in Rom machen. Die Stadt lohnt immer finde ich. Und ja, beim Pantheon war ich auch total begeistert.

    • Heike

      Bei uns war es leider auch übel voll. Das nächste mal würde ich Rom auf jeden Fall außerhalb jeder Saison besuchen. Denn dann ist es so viel schöner.

  • Stumpp

    Hallo Heike, drin Reisebericht war mir eine große Hilfe ich habe mit meinem Mann nächstes Jahr 2018 ende April vor eine Rundreise zu machen wir überlegen einen Reiseführer für Rom zu nehmen man hat uns gesagt damit kommt man schneller in die Gebäude die man besichtigen möchte ich hoffe es klappt alles wir haben auch das Hotel außerhalb gebucht das du empfohlen hast. Falls du uns noch einen Tipp fürs Abendessen geben kannst wäre super also danke nochmal für deine Anregungen lg Birgit

    • Heike

      Vielen Dank, liebe Birgit. Ich hoffe, das die deine Reise so gut gefällt, wie mir meine. Ich wünsche euch jetzt schon eine ganz tolle Zeit. Viele Grüße, Heike
      PS: wegen Abendessen Tipps schaue ich am Wochenende in mein Reisetagebuch. Bin gerade unterwegs.

    • Heike

      Liebe Birgit, hat jetzt etwas gedauert. Aber hier kommt der ultimative Restauranttipp für Frascati:
      Wir haben uns in eine kleine gemütliche Trattoria verliebt. Hab’s im Text ergänzt.
      Il Tetticcio, Via Gioberti, 27, Frascati

      Viele Grüße, Heike

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