Rundreisen,  USA und Kanada

Ich plane eine Rundreise

Wie plane ich eigentlich eine Rundreise? In diesem Post möchte ich euch davon erzählen, wie ich eine Rundreise plane. Wahrscheinlich wird der eine oder andere, wenn er den Text liest, den Kopf schütteln. Aber wenn ich eine Rundreise mache, dann überlasse ich wenig dem Zufall. Manche mögen mich einen Kontrollfreak nennen, aber wenn ich mehrere tausend Euro ausgebe und um die halbe Welt fliege, dann möchte ich auch nichts verpassen.

Also lese ich Reiseführer, durchstöbere Reiseblogs, schaue Youtube Videos und sehe mir auf den gängigen Plattformen Restaurantkritiken an. Mein Mann Stefan hat sich neulich darüber amüsiert, dass ich sogar teilweise mit Google Streetview die Gegend abfahre und mir Notizen mache.

Ich liebe Reiseführer und lasse keine Gelegenheit aus, einen zu kaufen
Ich liebe Reiseführer und lasse keine Gelegenheit aus, einen zu kaufen

Neben der Arbeit, die ich mir damit mache, ist das ganz nebenbei für mich schon der halbe Urlaub. Die Vorfreude, wenn ich etwas Tolles im Internet entdeckte habe und weiß, dass ich es selbst bald sehen oder erleben werde, ist mir die Mühe wert.

Und weil ich also so gerne plane, gebe ich euch mal einen Einblick in meine aktuelle Planung zu unserer nächsten Rundreise.

Die Eckdaten

Ganz am Anfang der Planung für unseren Urlaub 2019 stehen eigentlich nur zwei Dinge fest, die Reisezeit und die Dauer der Reise.

Die Reisezeit

Mein Mann Stefan hat noch einige Tage Resturlaub aus dem Vorjahr. Der muß bis Ende März aufgebraucht werden. Deshalb steht als Eckdatum fest: die Reise muß im März 2019 stattfinden.

Die Reisedauer

Ich bin Freelancer. Solange sich das mit meinen Projekten verträgt, kann ich eigentlich so lange Urlaub machen, wie ich möchte. Aber mein Mann arbeitet als Angestellter. Für ihn ist es schwierig, mehr als drei Wochen Urlaub am Stück zu bekommen. Damit steht also die Reisedauer fest. Es werden drei Wochen werden.

Das grobe Ziel

Wir überlegen, wo das Wetter im März halbwegs schön ist. Europa scheidet sofort für uns aus. Australien und Neuseeland? Zu weit weg. Der Flug dauert mir für drei Wochen Urlaub einfach zu lang. Asien? Da interessiert uns eigentlich Japan am meisten. Aber Japan im März? Asien scheidet also auch aus. Afrika? Könnte ich mir vorstellen.

Aber ehrlich gesagt habe ich schnell ein anderes Ziel vor Augen. Vorsichtig bringe ich die USA ins Gespräch. Eigentlich waren wir die letzen Jahre häufig dort. Und Stefan hat im letzten Urlaub kurz erwähnt, dass er auch gerne mal wo anders hinfahren würde. Aber ganz ehrlich? Ich liebe die USA als Reiseland. Und Stefan grundsätzlich auch. Und so bekomme ich schnell ein breites Grinsen ins Gesicht, als er sagt „USA klingt gut. Lass und da hinfliegen“.

Die erste Idee

Auf unserer Rundreise im Jahr 2017 haben wir einige Nationalparks im Westen der USA besucht. Dort hat es uns großartig gefallen. Da wir beide die Natur lieben und außerdem gerne fotografieren, war die erste Idee, auch diesmal wieder zu einigen Nationalparks zu fahren. Der Grand Canyon, The Wave, Antelpe Canyon, Bryce Canyon. Diese Nationalparks schweben uns unter anderem vor.

Nach einigen Recherchen stelle ich allerdings fest, dass das Wetter in diesen Nationalparks im März nicht das ist, was wir uns vorstellen. Wir möchten, wie schon gesagt, gerne fotografieren. Und so reizvoll der Bryce Canyon mit Schnee auch aussieht, wir möchten ihn lieber im Sommer und ohne Schnee sehen und fotografieren. Deshalb überlegen wir weiter.

Wie wäre es mit den Südstaaten? Da wollten wir auch immer schon hin, nur lieber nicht Sommer, weil die extrem hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze nicht unser Ding ist. Und im Herbst ist es nicht so gut wegen der Hurrikan Saison. Aber wir planen ja für das Frühjahr.

Fazit: Südstaaten im Frühling klingt perfekt.

Das endgültige Reiseziel steht fest

Unsere Rundreise soll also durch die Südstaaten der USA gehen. Dann beginne ich mal mit der Grobplanung. Dazu erstelle ich mir in Google Drive eine Map. Ich lese und stöbere ganz viel im Internet und in diversen Reiseführern und markiere auf der Map die Orte, die mir gefallen. So entsteht erst einmal eine grobe Idee, wo es überall hingehen soll. Manche Orte und Sehenswürdigkeiten verwerfe ich, weil sie zu weit weg von den anderen Punkten liegen, andere Punkte nehmen feste Ziele an. Und so entsteht nach und nach die Reiseroute.

Die Reiseroute steht.
Die wichtigsten Orte sind Atlanta, Nashville, Memphis, New Orleans, Savannah und Charleston

Der Flug

Bei der Auswahl des Fluges bin ich wählerisch. Es muß nicht unbedingt der preiswerteste Flug mit einer Airline sein, die ich nicht kenne. Und drei Mal umsteigen, um 100 Euro zu sparen, da haben wir auch keine Lust drauf. Das klingt vielleicht jetzt etwas arrogant oder überheblich. Aber wir haben stressige Jobs und da möchten wir jede Minute Urlaub nutzen. Ich sage immer: „das ist mein Lieblingsleben“. Und das vertraue ich nicht einem x-beliebigen Billigflieger an.

Aus dem Flieger begrüße ich mein Lieblingsberg, den Mount Rainier in Washington State
Aus dem Flieger begrüße ich mein Lieblingsberg, den Mount Rainier in Washington State

Außerdem bin auch nicht gerade klein. Mit 1,82 m fliege ich auf Langstrecken am liebsten Premium Economy Class. Da die Beinfreiheit in der Premium Economy nicht bei jeder Airline gleich ist, schaue ich, welche Airline ein gutes Angebot hat. Vor allem, wieviel Sitzabstand sie bietet. Die Suche ist gar nicht so einfach. Zumal sich auch noch die Preise der Flüge praktisch täglich ändern.

Letztendlich fällt meine Wahl auf einen Flug mit British Airways von Düsseldorf über London Heathrow direkt nach Nashville, Tennessee. Warum genau ich diesen Flug gewählt habe? Erstens finde ich, das die Beinfreiheit bei British Airways zum Preis-Leistungsverhältnis passt. Und zweitens fliegt die BA auf dieser Strecke den Boing Dreamliner. Damit wollte insbesondere Stefan immer schonmal fliegen. Ich werde euch später berichten, ob sich unsere Erwartungen erfüllt haben.

Und drittens: wir müssen nicht in den USA umsteigen, sondern in Europa. Das spart das vorgeschriebene, doppelte Gepäck aufgeben bei der Homeland Security. Man muß nämlich in den USA, wo man das erste Mal landet, einmal das Gepäck in die Hand nehmen, bestätigen, das es seins ist. Und es dann erneut aufgeben. Das finde ich ziemlich lästig.

Das Auto

Ich bin schon seit über 30 Jahren im ADAC. Nach viel Vergleichen und Lesen im Internet bin ich für uns zu dem Entschluss gekommen, dass es durchaus sinnvoll ist, den Leihwagen beim ADAC zu buchen. Denn hier sind alle wichtigen Versicherungen schon im Mietwagenpreis enthalten.

Heike vor einem großen SUV
Zu Hause fahren wir einen Ford Kuga. Im Urlaub mieten wir auch am liebsten einen SUV

Auf einer Rundreise sind wir mehrere tausend Kilometer im Auto unterwegs und da möchten wir bequem reisen. Da wir privat einen SUV fahren, buchen wir auch in den USA am liebsten einen Wagen der SFAR Klasse. SFAR sind mittelgroße SUV wie zum Beispiel der Ford Edge. Meistens sind die Preise bei Hertz oder Alamo am besten. Und Probleme hatten wir noch nie.

Die Feinplanung

Die Route steht. Der Flug ist gebucht. Der Leihwagen ist reserviert. Damit ist für viele von euch die Urlaubsplanung wahrscheinlich erledigt. Nicht so für mich. Jetzt geht es an die Feinplanung. Hotels wollen gebucht werden. Die wichtigsten Sightseeing-Ziele festgelegt und Restaurants gefunden werden. Erwähnte ich schon, dass manche von mir behaupten, ich sei ein Kontroll-Freak?

Wir haben einmal eine Rundreise durch England gemacht, wo ich die Hotels nicht vorher gebucht hatte. Jeden Morgen bin ich aufgestanden und wusste nicht, wo ich am nächsten Abend schlafen werde. Das ist nichts für mich. Also lege ich in der Feinplanung die endgültige Route fest und suche die Motels bzw. Hotels aus.

Hierbei achte ich ganz besonders darauf, das wir an einem Tag maximal 200 km fahren. Oder alternativ mindestens 2 Nächte in einem Hotel bleiben. Bei der Planung unserer Rundreise entlang der Ostküste der USA habe ich teilweise den Fehler gemacht, für jede Nacht ein anderes Hotel zu buchen und dabei dann auch noch Etappen zu lang gestaltet. So blieb teilweise zu wenig Zeit, sich etwas anzuschauen und ich musste das Programm kürzen. Da habe ich vor Frust im Auto gesessen und geheult. Ganz ehrlich.

Mit den Hotels kommen dann zum Schluß die Ziele, die wir uns anschauen möchten und die Restaurants, in denen man essen kann. OK, die Restaurants betrachte ich erst einmal als Empfehlung. Wenn wir unterwegs ein schönes Restaurant finden, dann lasse ich da sogar Planänderungen zu.

Ihr seht, ich nehme mich selbst teilweise nicht ernst bei meiner Urlaubsplanung. Aber ich liebe das einfach und fühle mich dabei gut und sicher. Das Gefühl „dann lasse ich mich einfach mal treiben“, das ist mir völlig fremd. Stefan, ich danke Dir, das Du alle diese Macken von mir mit Humor mitmachst.

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

Auch wenn ich in diesem Post Marken- oder Firmennamen nenne, so bezahle ich diese Reise komplett selbst und werde weder eingeladen, noch in irgendeiner Art unterstützt. Die Nennung der Firmen spiegelt einfach meine Erfahrung wider.

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

6 Comments

  • Bernd

    Hallo Heike, schon vorab wünsche ich euch einen schönen Urlaub.
    Und ich finde du hast schon recht. Auch ich plane schon lange im Voraus unsere Englandreisen (teilweise fange ich schon 1,5 Jahre vorher an zu suchen), besonders jetzt wo wir noch 2 jüngere Kinder haben. Ich suche das Internet ab und bin dann froh auf so tolle Berichte wie den deinigen zu stoßen, die immer nützlich sind oder gute Tipps bzw. Anregungen beeinhalten. Ich buche schon lange vorher das Cottage, die Fähre und für unterwegs die Häuser wo wir bei An und Rückreise übernachten. Wie Du sagst, das erspart Stress bei der Reise.
    Am Zielort schaue ich was wäre interessant und nicht zu weit weg. Wird es zuviel, streichen wir halt was weg, haben wir Lust können wir ja noch etwas mehr unternehmen.
    Also, viel Spass, freu mich schon auf deinen Bericht, lg, Bernd

  • Edda Janßen

    Lieber Heike, schön wie du alles beschrieben hast bei deiner Planung für euren Urlaub. So kann nur meine Tochter sein, toll, da wird jeder Urlaub ein Erlebnis für Euch.
    Liebe Grüße
    Deine Mum

  • Thomas

    Hallo Heike,
    unsere Rundreisen Pläne ich genau so exakt.
    Nur so bin ich sicher, daß wir möglichst viele Eindrücke „mitnehmen“.
    In Südafrika habe ich z.B. für ganze Route für die Mietwagentour von Johannesburg bis Kapstadt vorgeplant. Wir sind die dann genau so abgefahren und bis auf eine Stelle hat es perfekt gepasst.
    Bei der Auswahl der Lodges und Hotels haben wir uns aber auf professionelle Hilfe aus einem auf Studienreisen spezialisierten Reisebüro verlassen. Das war im Nachhinein betrachtet perfekt.
    Das gleiche Reisebüro hat uns dann auch unsere Reise nach Kuba geplant, diesmal in einer Kleingruppe von 12 Personen. War auch toll.
    Aktuell arbeiten wir mit dem Reisebüro unsere Reise nach Singapur, Sumatra, Java und Bali aus, auch hier werden wir eine geführte Privatreise (nur wir 2 mit eigenem Fahrer und Reiseleiter) machen. Übrigens sind die Flugbuchungen über das Reisebüro fast 50% günstiger als im Internet. (gleiche Leistung und gleicher Flug bei Singapur Airlines) Hier lohnt dich also auf jeden Fall einmal nachzufragen, oft verfügt das Reisebüro über ein Kontingent zu Preisen, die man srlbst nicht bekommt und für möglich hält.
    In so „einfachen“ Ländern, wie z.B. den USA, kann man sicher alles srlbst planen, bei exotischeren Zielen, wie Kuba oder jetzt Indonesien wird das sicher viel komplizierter.
    Euch einen schönen Urlaub im März, bei uns geht es erst Ende September für 3,5 Wochen nach Asien…
    Viele Grüße,
    Thomas

    • Heike

      Hallo Thomas,

      das mit dem „Eindrücke mitnehmen“ sehe ich ganz genauso. Und den Kommentaren hier und auf Facebook entnehme ich, das ich doch nicht so ein Exot bin .
      Kuba steht auch noch auf unserer Wunschliste. Und es ist interessant zu lesen, wie ihr das geplant habt. Und die Bilder auf Facebook waren ziemlich toll.
      Liebe Grüße auch an Christiane, Heike

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