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Mein perfekter Tag auf Capri

Lohnt sich ein Tagesausflug nach Capri? Auf unserer Rundreise durch Italien überlegen wir, ob es sich lohnt, nur für einen Tag nach Capri zu fahren. Schon Sorrent ist ziemlich überlaufen, und ich habe wenig Lust, mich auf Capri durch die Menschenmengen zu schieben. Aber die Insel soll ja wunderschön sein. Und von Sorrent bis Capri ist nur eine kurze Fahrt mit der Fähre. Also beschließen wir, den Menschenmengen zu trotzen und für einen Tag auf die Insel in der Bucht von Neapel zu fahren.

Früh am Morgen fahren wir mit dem kostenlosen Shuttle von unserem Hotel nach Sorrent. Parken in der Stadt ist eine echte Herausforderung. Der kostenlose Shuttle ist super bequem.

Am Hafen von Sorrent

Der Hafen von Sorrent liegt unterhalb der Stadt. Um herunter zu kommen, kann man eine kurze Serpentinenstraße entlang nach unten gehen. Man kann aber auch für einen Euro (Stand 2019) den Aufzug nehmen.

Der Hafen von Sorrent liegt tiefer als die Stadt. Man geht entweder zu Fuß die Straße entlang oder fährt schnell mit dem Aufzug
Der Hafen von Sorrent liegt tiefer als die Stadt. Man geht entweder zu Fuß die Straße entlang oder fährt schnell mit dem Aufzug.

Die Tickets für die Fähre sind schnell gekauft und schon sitzen wir auf der Schnellfähre, die uns in 20 Minuten auf die Insel Capri bringt.

Der Tremiti Jet bringt uns in 20 Minuten von Sorrent nach Capri
Der Tremiti Jet bringt uns in 20 Minuten von Sorrent nach Capri

Angekommen auf Capri

Ja, und da sind sie dann, die vielen Menschen, welche die Fähren im Hafen von Capri ausspucken. Das Panorama das sich mir bietet, lenkt mich allerdings von der Tatsache ab, daß wir nur im Trippelschritt vom Fähranleger zur Straße kommen. Ich bin auf den ersten Blick verliebt in diese Insel.

So wunderschön begrüßt einen Capri, wenn man per Schiff ankommt
So wunderschön begrüßt einen Capri, wenn man per Schiff ankommt

An der Straße stehen Busse und Taxis bereit, um die Touristen nach oben in die Stadt zu bringen. Die Taxis sind klasse. Sie sind hinten offen wie Cabrios, haben aber ein Stoffdach, das die Gäste gegen die Sonne schützt. Ich stelle es mir ganz nett vor, mit so einen Taxi über die Insel zu cruisen. Allerdings ist Stefan und mir der Spaß etwas zu teuer.

Mit so einem Taxi über die Insel gefahren zu werden ist bestimmt großartig. War uns aber leider zu teuer.
Mit so einem Taxi über die Insel gefahren zu werden ist bestimmt großartig. War uns aber leider zu teuer.

Mit dem Funiculare in die Stadt

Auf jeden Fall muss sich der Tagestourist am Hafen entscheiden, mit welchem Transportmedium er sich nach oben in die Stadt bringen lässt. Wir entscheiden uns für die Standseilbahn Funicolare.

Am Funicolare, der Standseilbahn, mussten wir ein wenig warten
Am Funicolare, der Standseilbahn, mussten wir ein wenig warten

Nach einer mittleren Wartezeit stehen wir in der Bahn und gleiten lautlos den Hügel hinauf. Oben angekommen stürme ich begeistert zur Aussichtsplattform. Die Sonne scheint, das Panorama ist grandios. Sanft schmiegen sich die kleinen weißen Häuschen an den Hügel. Im Hintergrund erheben sich die 500 m hohen Berge und weiter unten sehe ich unsere Fähre stehen. Noch ahne ich nicht, das sich auf Capri hinter jeder Kurve ein atemberaubender Ausblick verbirgt.

Der Ausblick von der Aussichtsplattform am Funicolare
Der Ausblick von der Aussichtsplattform am Funicolare

Die Stadt Capri

Capris bekanntester Platz heißt Piazza Umberto I, wird aber allgemein nur der Piazetta genannt. Ihn findet man in jedem Reiseführer als allererstes. Wir halten kurz an der Touristeninformation an, um uns ein paar Tipps geben zu lassen, ignorieren aber die einladenden Terassen erst einmal. Der Kaffee muss noch etwas warten, weil wir die Insel erkunden möchten.

Die Piazza Umberto I, liebevoll Piazetta genannt.
Die Piazza Umberto I, liebevoll Piazetta genannt.

Wir bummeln durch die engen Gassen der Stadt Capri. Die Wege sind sehr schmal. Immer wieder müssen wir den kleinen Spezialfahrzeugen Platz machen, die die Koffer der Touristen zu den Hotels bringen, die in den Hang gebaut sind. Die Hotels sind super einladend. Sie haben fast alle eine tolle Terrasse mit gemütlichen Lounge Sesseln, auf der man Abends bestimmt hervorragend seinen Aperol Spritz genießen kann. Ich vermute allerdings, daß diese Hotels für meine Urlaubskasse ein wenig zu teuer sind.

In den engen Gassen Capris kann man gemütlich spazieren gehen, denn Autos passen hier nicht hinei
In den engen Gassen Capris kann man gemütlich spazieren gehen, denn Autos passen hier nicht hinein

Giardini di Augusto

Die Insel Capri hatte Anfang des 20. Jahrhunderts einen ziemlich wohlhabenden Anwohner: der Industrielle Friedrich Alfred Krupp verbrachte die Wintermonat auf der Insel. Er baute sich hier eine Villa, legte eine Straße runter zum Hafen an und stiftete den Giardini di Augusto. Als bekennende Gartenliebhaberin muß ich diesen kleinen botanischen Garten natürlich besuchen.

Der Ausblick vom  Giardini di Augusto Viewpoint
Der Ausblick vom Giardini di Augusto Viewpoint

Auch wenn ihr an Gärten nicht so interessiert seid, solltet ihr euch den Ausblick vom Giardini di Augusto Viewpoint nicht entgehen lassen. Hier ist die Insel traumhaft schön. Im azurblauen Meer vor der Insel schaukeln eindrucksvolle Yachten genauso wie kleine Segelboote sanft in den Wellen. Man sieht die Felsen, die bis ins Meer reichen. Und wie eine Schlange windet sich die Via Krupp hinunter bis zum Marina Piccola.

Die Via Krupp schlängelt sich von Capri Stadt bis hinunter zum Marina Picolli
Die Via Krupp schlängelt sich von Capri Stadt bis hinunter zum Marina Picolli

Zurück zur Piazetta

Am Nachmittag gehen wir wieder zurück zur Piazetta. An den Tischen der Cafés, die im Reiseführer gelobt werden, finden wir sogar ein Plätzchen. Die überteuerten Preise sind uns jetzt sogar egal. Wir sitzen in der Sonne auf Capri und genießen ein leckeres Törtchen.

Kaffee und Törtchen auf die Piazetta
Kaffee und Törtchen auf die Piazetta

Zufrieden und voller wunderbarer Bilder gehen wir zurück zum Funiculare, der uns wieder herrunter zum Hafen bringt. Hier sitzen wir noch ein wenig an der Uferkante und bewundern das unglaublich klare Wasser. Möglicherweise hätte man hier auch eine wenig schnorcheln können. Aber dazu reichte ein Tag nicht aus. Wir haben an dem einen Tag auch bei weitem nicht alles von der Insel gesehen. Die Stadt Anacapri, eigentlich den gesamten westlichen Teil der Insel, haben wir nicht besuchen können. Dafür ist ein Tag einfach zu kurz. Auch die berühmte blaue Grotte haben wir nicht besucht. Dies aber mit voller Absicht.

Nachmittagsstimmung im Hafen von Capri
Nachmittagsstimmung im Hafen von Capri

Mit dem Schnellboot sind wir kurze Zeit später wieder zurück in Sorrent. Auch die Rückfahrt war sehr schön, weil man so vom Meer aus einen Blick auf Sorrent werfen konnte.

Der Tagesausflug nach Capri hat sich mehr als gelohnt. Wir haben bei unseren Spaziergängen sogar Ecken entdeckt, die nicht so überfüllt waren. Wenn ihr die Möglichkeit habt, nehmt euch ein wenig mehr Zeit. Dann könnt ihr die ganze Insel erkunden. Wenn abends die Tagestouristen weg sind, ist es hier bestimmt noch schöner. Für uns gilt: Capri, wir kommen wieder.


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Fähre

Die Tickets für das Schnellboot kann man direkt am Hafen von Sorrent buchen. Wir sind mit dem Tremiti Jet von Caremar gefahren. Die Hin- und Rückfahrt kostet pro Person um die 40 €.

Funiculare

Die Standseilbahn Funiculare fährt direkt unten am Hafen ab und bringt euch ins Zentrum von Capri Stadt.

Sie kostet 2 € pro Fahrt (Stand Dezember 2019). Hier findet ihr eine Übersicht der aktuellen Preise und Abfahrtszeiten.

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

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