Schokoladenverkostung: Schokolade und Wein
Deutschland

Schokolade und Wein? Eine Schokoladenverkostung mal ganz anders

Schokolade wächst an Bäumen. Also ist Schokolade Obst – und somit gesund.

Mit dieser Theorie tröste ich mich, als ich bei einer Schokoladenverkostung vor mir einen Teller mit Schokolade und Pralinen stehen sehe.

Aber zurück zum Anfang. Ich bin unterwegs im Odenwald. In der Nähe von Heilbronn liegt malerisch zwischen den Weinbergen der Ort Gundelsheim. Wir spazieren durch die kleine Altstadt. Zwischen den gemütlichen Fachwerkhäusern erwartet uns die Schell Schokoladenmanufaktur. Hier bin ich zum Seminar „Schokolade und Wein″ eingeladen. Ein Blick durchs Schaufenster reicht und ich erahne, dass ich in wenigen Minuten im Paradies sein werde.

Die Schell Schokoladenmanufaktur von aussen
Die Schell Schokoladenmanufaktur ist das Paradies für Naschkatzen

Wir betreten das gemütliche Café. Vorbei an den Torten- und Pralinenauslagen geht es in das Separee der Konditorei. Hier erwartet die Teilnehmer eine schön gedeckte Tafel. An jedem Platz steht ein Teller mit Schokolade und Pralinen und drei Weingläser.

Schokoladenverkostung: Schokolade und Wein
Eine Schokolade & Wein Verkostung

Die Schell Schokoladenmanufaktur

Kein zweites Mal hat die Natur eine solche Fülle der wertvollsten Nährstoffe auf einem so kleinen Raum zusammengedrängt wie gerade bei der Kakaobohne.

Alexander von Humboldt (1769-1859)

Zwei Frauen
Die Schwägerin Jutta Schell-Haaf (links) und Annette Schell, die Frau des Chocolatiers

Mit diesem Zitat begrüßt uns Jutta Schell-Haaf. Sie ist die Schwägerin des Chocolatiers Eberhard Schell, den wir leider krankheitsbedingt nicht kennenlernen können. Die Firma Schell stellt seit 1924 Schokolade her, erfahren wir von ihr. Die Kombination aus Schokolade und Wein ist eine Spezialität des Hauses Schell. Die Winzer aus der Umgebung liefern den Wein, der in der Schokolade, den Trüffeln und den Pralinen verarbeitet wird. Diese dann wieder mit eben diesem Wein zu genießen, das ist ganz großes Gaumenkino: „Dann wird der Mund zur Kathedrale”, schmunzelt Frau Schell-Haaf. Jede Praline aus dem Hause Schell ist Handarbeit. Die Gewürzmischungen werden alle frisch von Hand gemörsert.

Und während ich der Geschichte des Kakaos lausche, erscheint wie von Geisterhand vor mir eine Tasse des köstlichsten Kakaos, den ich jemals getrunken haben. Dunkelbraun, dickflüssig und verlockend duftend wartet diese Sünde vor mir. Andächtig setze ich die Tasse an und erlebe eine Geschmacksexplosion aus Ingwer und Kardamom. Eine leichte Szechuanpfeffernote macht den Kakao im Abgang ein wenig scharf, aber eben nur ein wenig.

Eine Tasse dunkelbrauner Schokolade
Die Trinkschokolade „Inkagold pur“

Schokolade muss man allen Sinnen erleben

Bei der Schokoladenverkostung lerne ich: eine so traumhafte Schokolade wie die der Schell Schokoladenmanufaktur muss man einfach mit allen 5 Sinnen erleben.

  • Schokolade sehen
    Vor mir liegt eine Tafel Criollo Maracaibo. Das ist eine dunkle Schokolade (70%) aus der Urheimat des Kakaos, aus Venezuela. Die dunkelbraune, leicht glänzende Oberfläche lacht mich verführerisch an.
  • Schokolade fühlen
    Die Oberfläche meiner Schokolade fühlt sich glatt und samtig an.
  • Schokolade riechen
    Ich rieche eine leichte Kakaonote, ein wenig Zimt und ein ganz dezentes Orangenaroma.
  • Schokolade hören
    Beim Abbeißen höre ich ein sattes Knackgeräusch. Ich frage mich, ob ein Chocolatier auch die Geräusche beim Abbeissen kreiert.
  • Schokolade schmecken
    Das Stück Schokolade liegt auf meiner Zunge. Ich lasse es schmelzen, auf der Zunge zergehen. Auf keinen Fall zerbeissen, empfiehlt uns Frau Schell-Haaf. Beim Schlucken schmecke ich tatsächlich den Abgang, wie bei einem guten Wein.
Eine Kakaobohne ist so groß wie meine Hand
Eine Kakaobohne ist so groß wie meine Hand

Schokolade und Wein

Und so genieße ich Gang für Gang die wunderbarsten Schokoladen und Weine. In der Sorte Umami Papua wurde der Riesling Vinum der Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg e.G. verarbeitet. Kleine Meersalzstückchen sorgen für einen leichten Crunch.  Mein Tipp: Lasst die Schokolade auf der Zunge zergehen und nippt dazu am Riesling Vinum und ihr werdet eine Geschmacksüberraschung erleben.

Dem Lemberger Barrique Trüffel ist der dazu gereichte Lemberger Hades, ein starker Barriquewein vom Staatsweingut Weinsberg hinzugefügt. Eine großartige Kombination.

Nicht so begeistern kann ich mich ehrlich gesagt für das berühmte Balsamschleckerle, obwohl es Eberhard Schell mit dieser Kreation sogar ins Guinessbuch der Rekorde schaffte. Das Balsamschleckerle ist eine Praline aus feinherber Kuvertüre, deren Füllung Essig zugegeben wird. Hier stand ich mit meiner Meinung allerdings alleine.

Champagnertrüffel in Chardonnaysekt
Champagnertrüffel in Chardonnaysekt

Als krönenden Abschluss dieses genussreichen Nachmittags verabschiedet uns Frau Schell-Haaf mit einem Champagnertrüffel, der in einem Glas Chardonnay-Sekt liegt.

Gernot Grimm, unser Busfahrer, muss leider noch ein wenig auf mich warten, weil ich noch das Angebot im Ladengeschäft durchstöbere. Ich möchte schließlich, das die Lieben zu Hause auch etwas von dem erfahren, was ich heute erlebt und geschmeckt habe.


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    Adresse

Schell Schokoladenmanufaktur
Schloßstraße 31
74831 Gundelsheim

    Öffnungszeiten

Stand März 2019

Montag, DienstagRuhetag
Mittwoch bis Freitag08:00 – 18:00 Uhr
Samstag06:00 – 17:00 Uhr
Sonntag08:00 – 18:00 Uhr

Offenlegung

Zu diesem Seminar wurde ich eingeladen von Tourismus Baden-Württemberg und der Touristikgemeinschaft Odenwald e.V. (TGO). Herzlichen Dank dafür. Meine Meinung bleibt die eigene. 

Hallo, ich bin Heike. Geboren bin ich am linken Niederrhein, wo ich zusammen mit meinem Mann Stefan lebe. Meine Reisen finanziere ich als freiberufliche IT-Beraterin, sitze also die meiste Zeit am Schreibtisch. Meine Leidenschaft gilt allem, was mich aus dem Haus bringt: dem Reisen, Tagesausflügen, Wochenend- und Städtetouren. Und wenn ich dann wieder zu Hause bin, teile ich meine Eindrücke darüber gerne mit euch auf meinem Reiseblog.

2 Comments

  • vielweib

    Welch ein Genuss! Und Du hast es so toll beschrieben Heike, dass ich fast selbst mit dabei war. Nur, JETZT würde ich gern so leckere Schokolade auch verkosten ;-) Also Gernot hätte ziemlich lange auf mich warten müssen…
    Das Café kommt unbedingt auf meine Reise-Todoliste. Danke Dir für den kulinarischen Tipp.

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